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11.09.2007

Presse-Grosso will mit Fördermaßnahmen Umsatzrückgang bekämpfen


Werner Schiessl 

Werner Schiessl

Mit einem Maßnahmenbündel stemmt sich der Bundesverband Presse-Grosso (BVPG) gegen den Umsatz- und Absatzrückgang im Einzelverkauf. Im 1. Halbjahr fiel die Bilanz negativ aus: Der Absatz an Zeitungen und Zeitschriften ging um 4,2 Prozent auf 1,49 Milliarden Exemplare zurück, der Umsatz sank um 3,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz - inklusive Non-Press-Produkten - verschlechterte sich um 6,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, der Branchenabsatz ging insgesamt sogar um rund 10 Prozent auf 1,5 Milliarden Exemplare zurück.
 
Grund hierfür sind laut Werner Schiessl, 1. Vorsitzender BVPG sowohl ein verändertes Mediennutzungsverhalten als auch der in diesem Jahr ausbleibende "WM-Effekt": Im Vorjahr waren mit Sammelbildern hohe Absätze erzielt worden. "Wir haben gute Strategien, Print wieder stärker im Bewusstsein des Konsumenten zu verankern", blickt Schiessl nach vorne. So soll in Kooperation mit dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) eine Käufermarktstudie durchgeführt werden. Dabei werden zunächst vorhandene Untersuchungen ausgewertet und in Expertenrunden diskutiert. Bis Jahresende soll feststehen, ob der Verband eine eigene Studie in Auftrag gibt. Marketing-Vorstand Frank Nolte: "Wir wissen viel über den Leser, aber wir haben vergleichsweise wenig Daten über den Käufer." Im Winter startet ebenfalls zusammen mit dem VDZ die zweite Welle der Kampagne "Jetzt ne Zeitschrift", außerdem steht die Leseförderung in den Schulen im Fokus. Als Einzelmaßnahmen sollen zudem eine pressespezifische Kundenkarte eingeführt und digitale Instore-Werbung am PoS verstärkt werden.
 
Weiterhin wird die "Regaloffensive", eine Maßnahme zur besseren Warenpräsentation am PoS, in diesem Jahr fortgesetzt. "Bei vielen der rund 120.000 Verkaufsstellen ist die Warenpräsentation in den Regalen nicht kundenfreundlich", so Nolte. Daher werden ausgewählte 5000 bis 6000 Fachhändler gezielt unterstützt. Die Zahl der Fachgeschäfte hatte sich im Jahr 2006 um 263 auf 16.050 Shops verringert. Erfreulich dagegen ist die Situation bei den Discountern, die Presseerzeugnisse verkaufen: Ihre Anzahl stieg auf 6299 Geschäfte (plus 2193). "Wir wollen diese Zahl weiter ausbauen", so Jörg Könemann, 2. Vorsitzender BVPG.
 
Für die Zukunft zeigt sich Schiessl vorsichtig optimistisch: Eine Stabilisierung der Umsatz- und Absatzzahlen im nächsten Jahr sei das Ziel. Eine "kleine Hoffnung" setzt dabei auch in die Fußball-Europameisterschaft 2008. Schiessl: "Wir haben auch in diesen tristen Zeiten Chancen, neue Objekte zu lancieren und die Qualität der Produkte zu steigern." se
 

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