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Bilanzen

von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

Premiere dämpft Erwartungen für 2008


Vorstandschef Michael Börnicke ist unter dem Strich zufrieden 

Vorstandschef Michael Börnicke ist unter dem Strich zufrieden

Abgehakt hat der Pay-TV-Anbieter Premiere das Geschäftsjahr 2007. Der Jahresabschluss liege "im Rahmen der Erwartungen", wie das Unternehmen mitteilt.
 
Wie bereits berichtet hat eine Sicherheitslücke in dem von Premiere genutzten Verschlüsselungssystem Nagravision den Geschäftsverlauf im 4. Quartal negativ beeinflusst. Für das laufende Jahr gibt der Anbieter keine Prognose ab.
Der Umsatz ging 2007 auf 984,5 Millionen Euro zurück (2006: 1055,4 Mio.), das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) hingegen stieg um 73,9 Prozent auf 83,4 Millionen Euro (2006: 47,9 Mio.). Vorstandschef Michael Börnicke zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf insgesamt zufrieden: "Wir haben in allen wichtigen Bereichen gute Ergebnisse erzielt. In den ersten sechs Monaten hatten wir uns auf die Stabilisierung unserer Kundenbasis konzentriert, im zweiten Halbjahr hat unser Geschäft mit dem Erwerb der Bundesliga-Rechte wieder spürbar an Fahrt aufgenommen - Premiere konnte beim Umsatz zulegen und die Abonnentenzahlen deutlich steigern."
 
Die Zahl der Abonnenten liegt bei 4,28 Millionen, davon 3,65 Millionen direkte Abonnenten (Endbestand 2006: 3,41 Millionen) und 628.000 indirekte Kunden über Arena und Unitymedia.
 
Aufgrund der Sicherheitsproblematik und der anstehenden Vergabe der Bundesliga-Rechte gibt Premiere für das Geschäftsjahr 2008 vorerst keine Prognose ab. Man sehe der Vergabe der Bundesliga-Rechte jedoch "sehr zuversichtlich" entgegen, betont Premiere-Chef Börnicke. Man sei offen für mehrere Modelle, "klare Präferenz" sei aber eine stärkere Exklusivität an den Samstagen. Die von der Deutschen Fußball Liga geplante zwingende Abnahme vorproduzierter Berichte lehnt Premiere aber strikt ab: "Premiere hält den Zwang ein fertiges Programm zu kaufen für nicht zulässig. Die mit vielen Preisen ausgezeichnete Premiere Fußballberichterstattung ist seit Jahren die anerkannte Messlatte im deutschen Sportjournalismus. An diesem hohen Qualitätsanspruch und wichtigen Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb will Premiere auch in Zukunft festhalten", so das Unternehmen.
 
Der Sicherheitslücke begegnet Premiere mit der Einführung neuer Smartcards im 2. Quartal des Jahres und einem Kostensenkungsprogramm in zweistelliger Millionenhöhe.
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