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20.11.2009

"Pimmel über Berlin": taz-Sonderausgabe ist ein Fake - von Kai Diekmann?


Die Fake-Sonderausgabe der taz

Die umstrittene überdimensionale Pimmel-Installation, die seit kurzem das "taz"-Gebäude in Berlin ziert, sorgt weiter für Wirbel. Jetzt ist eine Sonderausgabe der Tageszeitung aufgetaucht, in der die Redaktion fordert: "Der Pimmel über Berlin muss bleiben!" Allerdings: Absender sind offenbar nicht die Redakteure selbst. Das bekräftigt "taz"-Vorstand Andreas Bull auf Nachfrage von HORIZONT.NET.
 
Tatort: das "taz"-Café in der Berliner Rudi-Dutschke-Straße 23. Tatzeit: Freitag Morgen, 20. November. Tathergang: Ein junger Mann verteilt eine Sonderausgabe der "taz" (siehe Bildergalerie). Die Headline: "Wir sind Schwanz!" Wer hinter dieser Guerilla-Aktion steckt, ist nicht bekannt. "taz"-Blogger Mathias Broeckers vermutet in seinem Blog: Es war Kai Diekmann, "taz"-Genosse und Chefredakteur der "Bild"-Zeitung. Das lustige Hin und Her zwischen der linken Tageszeitung und ihrem Teilhaber Diekmann scheint also in eine neue Runde zu gehen.
 
Dieser kommentierte die Sonderausgabe heute in seinem Blog folgendermaßen: "Was ist denn das? Taz.de berichtet über eine angeblich gefakte Sonderausgabe der taz, die heute vor dem Rudi-Dutschke-Haus verteilt wurde. Alle Details unklar. Wie spannend. Ich bleibe natürlich dran. Sobald ich mehr weiß, erfahren Sie es als Erste."
 
Mittlerweile hat der gesamte "taz"-Vorstand offenbar entschieden, die Installation zu entfernen. Das behauptet zumindest Diekmann in seinem Blog und bezieht sich dabei auf eine Email des Vorstands. Diekmann: "Der Pimmel über Berlin ist gefallen."
 
Das rosafarbene, fünf Stockwerke hohe Kunstwerk stammt von Peter Lenk. Der Bildhauer spielt damit auf die langjährige Fehde zwischen der "taz" und Diekmann an. Der "Bild"-Chefredakteur klagte 2002 gegen eine "taz"-Satire mit dem Titel "Sex-Schock! Penis kaputt?", in der es um die fiktive missglückte Penisverlängerung Diekmanns ging. Auf seinem Blog hatte er dann allerdings diesen Text als PDF-Dokument zugänglich gemacht. Dagegen klagte wiederum die "taz". jm

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