Angriff
17.03.2010
Pay-TV: Deutsche Telekom will die Marktführerschaft / Mobile-Umsatz soll auf 10 Milliarden Euro klettern
Kampfansage an Sky-Eigner Rupert Murdoch: Die Deutsche Telekom will ihre Abhängigkeit vom klassischen Festnetzgeschäft weiter verringern und von 2010 bis 2012 rund 10 Milliarden Euro in neue Wachstumsfelder und Technologien investieren. Dazu gehört vor allem auch der Markt für Pay-TV, auf dem sich hierzulande der von Murdochs Medienkonzern News Corp. kontrollierte, defizitäre Bezahlsender Sky versucht. Für den dürfte die Luft nun noch etwas dünner werden. Denn die Deutsche Telekom hat sich kein geringeres Ziel als die Marktführerschaft auf die Fahnen geschrieben.
Wie Vorstandschef René Obermann am heutigen Mittwoch auf einem Investorentag ankündigte, soll die Zahl der TV-Kunden bis 2012 konzernweit auf 5,5 bis 6 Millionen steigen. Zum Vergleich: Der Münchner Wettbewerber Sky, den die Telekom seit einigen Monaten mit einer Viral-Kampagne attackiert (siehe eingeklinkter Entertain-Spot), hat kürzlich eine Kundenzahl von 2,47 Millionen gemeldet. Der Umsatz des Triple-Play-Dienstes Entertain, mit dem Telekom-Kunden telefonieren, surfen und fernsehen können, soll 2012 allein in Deutschland auf eine Milliarde Euro steigen. „Zwei Dinge sind wichtig, ein margenstarkes Kerngeschäft und der Mut, auf chancenreiche Wachstumsfelder zu setzen. Eine erfolgversprechende Strategie muss heute mehr als einen Fokus haben", kommentiert Obermann den Angriff auf Sky und Co. Die Fokussierung aufs TV-Geschäft beschränkt sich nicht nur auf Deutschland. Laut Obermann will die Telekom ihre Position auch in anderen europäischen Märkten deutlich ausbauen.
Auch von den eigenen Internetangeboten wie Scout 24 sowie Music-, Video-, Software- und Gamesload erwartet die Telekom deutliche Erlössteigerungen: Hier sollen die Umsätze von aktuell 0,8 auf 2 bis 3 Milliarden Euro klettern. Die Großkundensparte T-Systems soll ihrem Umsatz unter anderem mit Angeboten rund um Cloud Computing um 2 auf rund 8 Milliarden Euro steigern.
Das bisherige Kerngeschäft der Telekom, also das Anschlussgeschäft im Festnetz und im Mobilfunk, soll weiterhin eine tragende Rolle spielen. Allein in den Märkten, in denen die Telekom Netze betreibt, wird das Marktvolumen auf mehr als 200 Milliarden Euro geschätzt. Hier will der Konzern Anteile verteidigen und margenstarke Geschäftsmodelle fortsetzen. mas
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