Newsportale
22.02.2008
Offene Worte: "Focus" attackiert Google News / Bauer kämpft um "Intouch"-Domain
Das Nachrichtenmagazin "Focus" plant parallel zu seinem bestehenden Web-Auftritt ein automatisiertes Internet-Newsportal à la Zoomer.de und Google News. Dies kündigte Christoph Schuh, Marketing-Vorstand des Burda-Onlinevermarkters Tomorrow Focus, auf einer Diskussionsveranstaltung des PR Clubs Hamburg am Donnerstagabend an.
Nach HORIZONT-Informationen soll das Portal Mitte dieses Jahres unter der Regie von Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner online gehen - allerdings nicht unter dem Label "Focus", sondern unter einem anderen, neuen Namen.
In dieser Woche hat der Bauer-Verlag den Internetauftritt seines People-Magazins "Intouch" relauncht - der allerdings bisher nur unter der sperrigeren Domain Intouch-magazin.de zu erreichen ist. Zugleich kündigte Schneider den Marktstart seines neuen People-Magazins "Life & Style" noch vor den Sommerferien an. Anders als bei "Intouch" vor zwei Jahren soll es bei "Life & Style" gleich zum Start ein Web-Portal geben.
Unterdessen träumt Julia Jäkel, Verlagsleiterin von Gruner + Jahrs "Brigitte", auch fast zwei Jahre nach dem Aus des Junge-Frauen-Heftablegers "Bym" (zuvor: "Brigitte Young Miss") noch oder wieder von einem Magazin unterhalb der "Brigitte"-Alterszielgruppe. "Bym" existiert seit Sommer 2006 allein im Internet weiter. Sie glaube jedoch, dass es in Deutschland nach wie vor junge Frauen gebe, die man für Print begeistern könne. "Geben Sie mir noch ein bisschen Zeit - wir packen das Thema noch mal an", rief Jäkel nach übereinstimmenden Berichten von Teilnehmern ins Publikum.
Der Spiegel-Verlag hadert derweil offenbar mit seinem jüngsten Kooperationspartner Bertelsmann/Wissen Media Group, deren Lexika und Wörterbücher Spiegel Online in sein Mitte Februar gestartetes Rechercheportal Spiegel Wissen integriert hat. Parallel dazu war bekannt geworden, dass der Brockhaus-Verlag seine Lexika ebenfalls gratis online stellen will - möglicherweise mit Medienkooperationspartnern, zum Beispiel der "Zeit", die dem Vernehmen nach entsprechende Gespräche mit Brockhaus führt.
Darauf auf dem Podium angesprochen, habe "Spiegel"-Verlagsleiter Fried von Bismarck nach Auskunft etlicher Zuhörer gesagt: "Wir hätten das bereits vor einem Jahr gerne mit Brockhaus gemacht, doch die wollten nicht, weil sie damals noch dachten, sie könnten ihr Geld weiterhin mit gedruckten Büchern verdienen. Wir bedauern sehr, dass es mit Brockhaus nicht geklappt hat." Aber Bertelsmann sei ja auch nicht schlecht, so von Bismarck.
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