11.06.2008
Online-Debatte
Oettinger will ARD und ZDF im Internet Grenzen setzen
Günther Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Koordinator der CDU-Medienpoltik, will ARD und ZDF im Internet klare Grenzen setzen. "Die öffentlich-rechtliche Onlinepresse wird mit Sicherheit nicht genehmigungsfähig sein", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Es gehe bei den Beratungen der Rundfunkkommission der Länder am morgigen Donnerstag darum, eine "faire Grenzlinie" zu ziehen. "Es ist dabei auch unser Auftrag, sicherzustellen, dass die Zeitungen nicht durch das öffentlich-rechtliche Internet ausgehöhlt wird."
Als konkretes Beispiel, wie eine solche Grenzziehung aussehen könnte, nannte er das ARD-Angebot Tagesschau.de: "Wenn zum Beispiel in einer Tagesschau-Sendung über zehn Themen berichtet wird, dann dürfen auch nur diese online abgebildet werden. Aber nicht die 30 anderen Themen, die es nicht ins Fernsehen geschafft haben."
Damit plädiert Oettinger für die Lösung, im Internet lediglich sendungsbezogene Inhalte zuzulassen.
Im Gegenzug will er ARD und ZDF größere finanzielle Freiräume für ihre Online-Aktivitäten zugestehen: "Die heutige Grenze von 0,75 Prozent des Gesamtbudgets wird wohl nicht ausreichen."
- Medien 4. Juni 2008: Raff fürchtet Diskussion um Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen
- Medien 26. Mai 2008: Onlinestreit: "Elektronische Presse" soll sich nur auf E-Paper beziehen
- Medien 20. Mai 2008: Auch BDI spricht sich gegen ARD-/ZDF-Online-Pläne aus
- Medien 16. Mai 2008: ARD-/ZDF-Online-Offensive: Produzenten wehren sich
- Medien 13. Mai 2008: Online-Aktivitäten: Länder kommen ARD und ZDF entgegen
Peter sagte am 11.06.2008 um 23:10
Verpflichtet
Welchem Konzern frisst Oettinger denn aus der Hand, bzw. wem fühlt er sich verpflichtet? Heute kam auf WDR2 ein interessanter Beitrag zu diesem Thema. Wieso fragt eigentlich niemand die Verbraucher, welche Begrenzung gewünscht ist? Oder genießen hier wirtschaftliche Interessen Vorrang vor unabhängiger, verläßlicher Berichterstattung? Möglichst wenig gefilterte Information sollte kein Produkt, sondern ein Grundrecht sein, und es dürfen auch gerne mehr als "[..]30 anderen Themen, die es nicht ins Fernsehen geschafft haben.[...]" sein. Hier fällt eine wichtige Entscheidung, die hoffentlich nicht kommerziellen Interessen unterworfen wird!Weitere Nachrichten aus Medien vom 11.06.2008:
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