OWM-Vorstoß verärgert TV-Vermarkter und Agenturen
OMG-Sprecher Hans Kratz schießt zurück und fordert adequate Agenturvergütungen
Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) sorgt für neuen Zündstoff in der Mediadebatte. Via Pressemitteilung hatten die Kunden Agenturen und Medien dazu aufgefordert, "in einem konstruktiven Dialog ein transparentes Mediasystem zu erarbeiten, das auch langfristig Bestand haben wird". Kurz zuvor ergingen Einladungen an die Organisation der Mediaagenturen im GWA (OMG), den Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), die TV-Vermarkter IP Deutschland und Seven-One Media sowie Group M zu einem Roundtable oder bilateralen Gesprächen.
Bei den Marktpartnern stößt das Vorgehen auf Unverständnis - auch deshalb, weil sich die OWM erneut auf den Code of Conduct "für transparente und saubere Abläufe im Mediageschäft" beruft. OMG-Sprecher
Hans Kratz ist verärgert: "Wer über den Code of Conduct spricht, der muss auch über dessen zweiten Teil reden - die adäquate Honorierung von Agenturleistungen." Und hier sei die Situation schlechter denn je.
Martin Krapf wehrt sich gegen Pauschalkritik
TV-Vermarkter fühlen sich ebenfalls düpiert, denn die OWM nimmt sich in ihrer Stellungnahme auch die neuen Angebotsmodelle von
Seven-One Media und
IP Deutschland vor. Die befragten Mitgliedsunternehmen hielten die Modelle für "intransparent, unflexibel und viel zu komplex".
Die Pauschalkritik will IP-Geschäftsführer
Martin Krapf nicht auf sich sitzen lassen. Die Kunden seien von Anfang an in die Entwicklung des neuen Angebotsmodells einbezogen worden. Das IP-System biete eine Variante, die exakt der OWM-Forderung nach Transparenz entspreche. Doch die Resonanz sei verhalten. "Die Möglichkeit, einen Direktkundenvertrag mit uns abzuschließen, wird von den Werbungtreibenden nicht in dem Maße genutzt, wie die offizielle Verlautbarung der OWM vermuten ließe", erklärt Krapf. Bei Seven-One Media ist man ebenfalls verwundert.
he/mam Mehr zum Thema in HORIZONT-Ausgabe 5/2007, die am 31. Januar erscheint.
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