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von Juliane Paperlein,
Ressortleiterin Medien

N24 beschäftigt Staatskanzleien


Die Ministerpräsidenten befürchten, dass P7S1 keine News mehr ausstrahlen könnte, wenn N24 fehlt 

Die Ministerpräsidenten befürchten, dass P7S1 keine News mehr ausstrahlen könnte, wenn N24 fehlt

Der Fall
N24 ist nun auch ein Thema für die Rundfunkreferenten der Bundesländer. Derzeit prüft der Münchner TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 mehrere Strategien, um die hohen Kosten für die Nachrichtenproduktion zu senken und den notorisch defizitären Sender in die schwarzen Zahlen zu holen. Die Optionen reichen vom Verkauf bis hin zu einer noch stärkeren Ausrichtung des Kanals auf Dokumentationen.
 
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" befüchten die Ministerpräsidenten nun wohl, dass die gesamte Sendergruppe keine Nachrichten mehr ausstrahlen könnte, wenn der hausinterne Nachrichtenlieferant N24 fehlt - und dass damit auch weite Teile der Bevölkerung keine Nachrichten mehr empfangen würden.

Kommentar: Warum private TV-Nachrichten ein Verlustgeschäft sind

Auf die Frage nach der Legitimation des öffentlich-rechtlichen Gebührensystems antwortet fast jeder reflexartig: die Nachrichten. "Tagesschau" und "Heute" sind die Flaggschiffe des TV-Journalismus. Ohne die Nachrichten auf ARD und ZDF wären die umfassende Information, die sachliche Einordnung des Weltgeschehens und damit fast das ganze Abendland verloren. Dann gäbe es nur noch Meuchelmorde, nackte Tatsachen und die Sieger von Casting-Shows im Programm. Aber ist das wahr? Hier ein Plädoyer dafür, warum auch private Sender Nachrichten auf hohem Niveau produzieren könnten und eine Erklärung dafür, warum sie es unter den gegebenen Umständen nicht können. weiterlesen

Um zu sichern, dass die großen Programme auch weiterhin Nachrichten senden, überlegen deshalb nun wohl einige Staatskanzleien, die Verpflichtung zur Ausstrahlung von Nachrichten an die Reichweite zu koppeln. Bislang ergibt sich der Auftrag aus dem Status Vollprogramm, den die großen Privaten von RTL bis Kabel Eins alle führen. Spartenprogramme sind dagegen von den Verpflichtungen neben Nachrichten auch Regionalprogramme und Beiträge von Drittanbietern auszustrahlen befreit.
 
Auch die großen privaten Sender versuchen seit Jahren die Verpflichtungen zu lockern, deren Erfüllung mit erheblichen finanziellem Aufwand verbunden ist. Gelingt dies nicht, wollen sie nach einem Vorschlag von Tobias Schmid, RTLs Bereichsleiter für Medienpolitik, belohnt werden: Entweder durch die Vergabe von Frequenzen für neue Angebote oder  bei der Positionierung im digitalen Senderangebot.
 
CDU-Bundestagspräsident Norbert Lammert, äußert in der "SZ" Verständnis für die Forderungen: "Es fällt schwer, privaten Anbietern Vorhaltungen zu machen, wenn öffentlich-rechtliche Sender ihre Gebühren vorzugsweise Unterhaltungsformaten widmen." pap
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