10.03.2010
Nachrichtensendungen
N24-Debatte: "Diktatur der intellektuellen Elite ist unerträglich"
Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender von Pro Sieben Sat 1, wehrt sich gegen den Vorwurf, die Bedeutung von nachrichtlichen Formaten in den Programmen der Gruppe habe abgenommen. Die Landesmedienanstalten, die die Lizenzen für die privaten Sender vergeben, hatten die Sender vergangene Woche aufgefordert, in einer Selbstverpflichtung festzuschreiben, wann und in welchem Umfang sie Nachrichten zeigen. Sie fürchten, dass Informationsformate andernfalls eine immer geringere Rolle im Privatfernsehen spielen.
"Der Informationsanteil in unseren Programmen ist in den letzten zehn Jahren nicht gesunken", betonte Ebeling nun auf dem Symposium der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) in Berlin. Der Konzernchef steht unter Beschuss, seit er Ende 2009 angekündigt hat, für den Nachrichtenkanal N24 alle Optionen, inklusive des Verkaufs zu prüfen. Der Grund: Die Kosten für Information seien zu hoch und müssten gesenkt werden. Die Ankündigung hatte einen Aufschrei von Politik und Presse nach sich gezogen.
Ebeling wehrt sich gegen die harsche Kritik, die er in den vergangenen Monaten für N24 einstecken musste. "Ich finde die Diktatur der intellektuellen Elite bei der Qualitätsdebatte aber unerträglich", sagte Ebeling. Für ihn sei gutes Privatfernsehen eines, das eine gute Quote und ein gutes Feedback von Zuschauern habe. "Auch wenn ich mehr Geld hätte, würde ich es nicht für mehr Nachrichten ausgeben."
Damit die privaten Sender wieder mehr in Nachrichten investieren, will Thomas Langheinrich, Vorsitzender der DLM, Anreize schaffen. Public Value zu schaffen, solle sich wieder lohnen. Konkrete Vorschläge machte er jedoch nicht.
Pro Sieben Sat 1 will im 1. Habljahr darüber entscheiden, wie es mit N24 weiter geht. Der Verkauf ist nur eine von mehreren Optionen. Ebenso denkbar wäre, dass der Kanal im Konzern bleibt - wenn er denn die Kosten deutlich senken kann. pap
- Medien 4. März 2010: N24: Pro Sieben Sat 1 will Nachrichtensender möglicherweise behalten
- Medien 2. März 2010: Landesmedienanstalten drohen TV-Sendern
- Medien 4. Dezember 2009: Kommentar: Warum private TV-Nachrichten ein Verlustgeschäft sind
John Dumont sagte am 10.03.2010 um 19:52
Wie tief ist Deutschland gesunken
Also, da fordert man (ich auch) Nachrichten im Fernsehn! Ich wiederhole: "Nachrichten im Fernsehn!" Und was passiert? Man wird als "unerträgliche diktatorische intellektuelle Elite" abgestempelt. Wohlgemerkt, es geht um Nachrichten im Fernsehn! Der gesamten Sendegruppe sollte man die Lizenz entziehen!
blabla sagte am 11.03.2010 um 10:49
@Dumont
Das heißt "Nachrichten im Fernsehen" oder "Nachrichten im Fernseher". Ich denke, Herr Ebeling wird Sie nicht gemeint haben.
Volker Dowidat sagte am 11.03.2010 um 12:06
Das wahre Problem
Hier zeigt sich das wahre Problem unserer Gesellschaft: es gibt keine Aufspaltung in "arm" und "reich", sondern in "doof" und "schlau".
Günter sagte am 11.03.2010 um 16:17
@dumont
Sie sind mir ja ein Held. Erst haufenweise Rechtschreibfehler im Post und sich dann vom Herrn Ebeling als "...intellektuelle Elite" verunglimpft fühlen. Irgendetwas passt da nicht ganz. Und wenn Sie das Programm von P7S1 stört, schalten Sie doch einfach ab. Soll ganz einfach gehen mit diesem komischen Ding, was jedem Empfangsgerät beiliegt. Schönen Tag noch.Weitere Nachrichten aus Medien vom 10.03.2010:
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