23.08.2007
N-TV und N 24 sehen ihre Existenz bedroht
Die Diskussion um die digitalen TV-Kanäle der öffentlich-rechtlichen TV-Sender ist wieder entflammt. RTL und Pro Sieben wehren sich gegen die Expansionspläne von ARD und ZDF im digitalen Bereich. Wie Stern.de berichtet, haben die Privatsender ein Schreiben an mehrere Ministerpräsidenten verfasst. Darin wenden sich RTL-Chefin Anke Schäferkordt und Pro-Sieben-Vorstandschef Guillaume de Posch gegen die Pläne der Öffentlich-Rechtlichen, das Angebot ihrer digitalen Kanäle (ZDF Infokanal, Eins Extra) deutlich auszubauen. Aus Sicht der Privatsender sei dies rechtswidrig.
Die Senderchefs sehen durch die geplante Expansion öffentlich-rechtlicher News-Kanäle die Existenz der eigenen Angebote N-TV und N 24 gefährdet. Christian Körner, Sprecher der deutschen RTL-Senderfamilie, bestätigt Gespräche mit der Politik: "Die konkreten Inhalte dieses Austauschs behandeln wir jedoch üblicherweise vertraulich. Nur soviel: wir sind nicht diejenigen, die drohen, sondern wir werden bedroht."
ARD-Vorsitzender Fritz Raff weist die Kritik der privaten TV-Sender zurück. Der Vorwurf, die digitale Weiterentwicklung sei rechtswidrig, entbehre jeder Grundlage. Der Rundfunkstaatsvertrag erlaube ARD und ZDF die Verbreitung von jeweils drei Programmen in digitaler Technik, mit den Schwerpunkten Kultur, Bildung und Information. Dagegen zeige die "programmliche Wirklichkeit" bei N 24 und N-TV, dass dort in den vergangenen Jahren "Nachrichtenanteile kontinuierlich heruntergefahren wurden". Raff: "Offensichtlich wollen die Kommerziellen mit ihrer Kritik an der ARD von dieser Entwicklung und ihren eigenen Defiziten ablenken."
Die Ministerpräsidenten Kurt Beck (Rheinland-Pfalz) und Günther Öttinger (Baden-Württemberg) wollen sich laut Stern.de die Pläne von ARD und ZDF nun erläutern lassen. se
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