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29.10.2008

Münchner Medientage: "Elefantenrunde" diskutiert über Rundfunkstaatsvertrag


Die eigentliche Auftaktdiskussion der 22. Münchner Medientage, die in diesem Jahr unter dem vieldeutigen Motto "Werbewelt im Wandel - Wert und Wirksamkeit in der digitalen Medienflut" stand, wurde von einer Debatte über den 12.  Rundfunkänderungsstaatsvertrag überlagert. "Der Vertrag enthält keine effizienten externen Kontrollgremien und ist damit nicht losgelöst von den Interessen der Anstalten", bemängelt Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien im Hinblick auf den Drei-Stufen-Test, dem sich künftig bestehende und neue Angebote der Öffentlich-Rechtlichen unterziehen müssen.
 
Auch VPRT-Präsident Jürgen Doetz protestiert: "Die fehlende Unabhängigkeit ist das größte Manko des Tests. Für uns hat sich die Wettbewerbssituation verschärft". Vorwürfe, die ZDF-Intendant Markus Schächter zurückweist. Die gesetzlichen Regelungen seien transparent, man werde sie umsetzen und betrachte den Drei-Stufen-Test als "Herzstück des Ganzen".
Das Hauptproblem, mit dem Medienunternehmen in der digitalen Welt kämpfen, ist die hohe Geschwindigkeit, mit der sich die Mediennutzung der Konsumenten verändert. "Konsumenten sind unsere Partner in der digitalen Welt", sagt Keynote-Speaker James Murdoch, Chairman und CEO von News Corp, Europa / Asia. Zu spannenden Fragen rund um die aktuelle Situation bei Premiere schweigt er sich dagegen aus.
 
In der Diskussion um das Werbemodell der Zukunft gerät Google in die Kritik. Philipp Schindler, Managing Director Northern & Central Europe bei Google, weist Vorwürfe aus der Gesprächsrunde zurück, die sein Unternehmen als Kontrahent zu den klassischen Medienunternehmen und als Monopolist sehen. "Wir stellen die technologische Plattform zur Verfügung und verstehen uns als Partner der Medienunternehmen. Die Treiber der Entwicklung sind die Konsumenten."
 
In der "Elefantenrunde" zu Beginn der Münchner Medientage diskutierten prominente Vertreter aus Politik und Medien unter der Moderation von "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort. Nicht anwesend war der neue bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der die Veranstaltung eröffnen sollte. se
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