Interview
02.06.2010
"Müllschlucker der großen Mutter": Ex-TM3-Chef Jochen Kröhne zum Frauensender Sixx
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02.06.2010
Mit Sixx ist seit 7. Mai ein neuer TV-Sender auf dem Markt, der sich mit seinem Programm primär an Frauen richtet. Neu ist das Konzept nicht: Bereits 1995 versuchte sich TM3 als Frauensender - und scheiterte. Der ehemalige Chef des Spartensenders, Jochen Kröhne, wirft exklusiv für HORIZONT einen Blick in die Vergangenheit - und zieht Lehren für die Zukunft.
Sie waren 1995 bis 2000 Chef des Spartensenders TM3, einem TV-Angebot speziell für Frauen. Nun hat die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe den Sender Sixx lanciert. Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Frauensender aus?
Jochen Kröhne: Zunächst mal muss ich als Medienmann sagen, dass man eine ausreichend technische Reichweite, gutes Programm, ordentliche Promotion und ein kompetentes Management braucht. Bis auf die Reichweite ist Sixx da sehr gut aufgestellt. Auf dieser Basis sollte ein Frauensender sein Publikum finden, was sich am Ende im Marktanteil der Frauen zwischen 14 bis 49 Jahren zeigen muss.
Welche Services und Themen muss ein solches Format der Frau von heute bieten?
Kröhne: Es zeigt sich bei den großen Sendern, dass freche Komödienserien, romantische Komödienfilme und Soaps ganz gut laufen. Die ganze Kocherei und Einrichterei sowie sonstige Ratgeber in allen Lebenslagen können das Portfolio ergänzen. Ein kleiner Sender muss sich aber tunlichst aus Kostengründen vor Eigenproduktionen hüten. Er ist eher der Resteverwerter und manchmal auch der Müllschlucker der großen Mutter.
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