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von Jochen Zimmer,
Ressortleiter Reports und Specials

Medientage: Qualität und Differenzierung sichern Zukunft von Print


Prominente Runde beim Printgipfel 

Prominente Runde beim Printgipfel

Liegt die Zukunft der Verlage in den Händen von Start-up-Entrepreneuren? Werden die Verlagshäuser nur als kleine Units überleben? Ist Google das einzig mögliche Rollenmodell für Medienanbieter? Antworten auf diese vom New Yorker Internet-Guru Jeff Jarvis per Skype-Videovortrag aufgeworfenen Fragen diskutierten bei den Münchner Medientagen Verlagsmanager im Rahmen des Printgipfels.
 
Für Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer geht die Skepsis von Jarvis zur Zukunft von Print an der entscheidenden Frage vorbei: „Kann ich es mir auch künftig leisten, journalistische Qualität herzustellen?" Und zwar unabhängig von den Transportmedien Print, Online oder Mobile. Die Herstellung von Qualitätsinhalten bleibt das Kerngeschäft von Verlagen, so Ziesemer, und auf dessen Weiterentwicklung gelte es sich auch in Krisenzeiten zu konzentrieren. Der Versuch, sich auf neuen Geschäftsfeldern zu versuchen, sei wenig vielversprechend.
Claus Strunz, Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", versteht Jarvis‘ Thesen als „personifizierten Tritt in den Hintern" für die Verlage. In der Tat lohne es sich nicht mehr für Zeitungsmacher, zuerst an Print zu denken. „Die entscheidende Frage ist, wie eine Zeitung aussehen muss, um die Leser auch zu erreichen", sagt Strunz und stellt wie Ziesemer die Qualität in den Vordergrund. Für den Handelsblatt-Chefredakteur  muss jedoch jeder Printtitel für sich seine Ziele auf spezifische Art und Weise verfolgen: „Differenzier dich oder stirb", bringt es Ziesemer auf den Punkt.
 
„Digital wird die Medienplattform der Zukunft sein", stimmt Medienprofessorin Miriam Meckel Jarvis‘ Grundthese zu. Deshalb müssten gedruckte Medien ihren „Kleinod-Charakter" stärker herausarbeiten und sich zu Exklusivprodukten entwickeln - mit entsprechend höherem Vertriebspreis. Für die Finanzierung von Online-Content verweist Meckel auf die Freemium-Strategie, die möglichst vielen Nutzern den Zugang zum Content biete, aber spezifischen Inhalte nur gegen Bezahlung anbiete.
 
Auch hier sehen die Wege zu erfolgreichem Geschäft je nach journalistischem Produkt unterschiedlich aus. Philipp Welte, Vorstand Verlage, Vermarktung, Vertrieb Hubert Burda Media,  glaubt für Publikumszeitschriften nicht an Paid Content im Internet. Zeitungsmann Strunz vertraut mit Blick auf die bestehende Abonnentenstamm auf Abonnementmodelle, während Ziesemer für spezifische Wirtschaftsinhalte gute Chancen für Bezahlmodelle sieht. joz
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