Medienpolitik
13.10.2010
Medientage München: Döpfner spricht sich für duales System aus
Mit seiner einleitenden Keynote zu den diesjährigen Medientagen München sorgte Mathias Döpfner für reichlich Diskussionsstoff: Mit Nachdruck sprach sich der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer für die Beibehaltung des dualen TV-Systems in Deutschland aus. ARD und ZDF dürfe nicht das Recht abgesprochen werden, sich im digitalen Zeitalter zu entwickeln.
Gleichzeitig fordert Döpfner die öffentlich-rechtlichen Sender aber auf, ihre digitalen Angebote nicht kostenfrei zur Verfügung zu stellen: „Kostenlose Apps von ARD und ZDF ruinieren die Geschäftsmodelle der privaten Anbieter in der digitalen Welt“, sagte Döpfner.
Im Hinblick auf den von ihm als zukunftsweisend empfunden Kanal Mobile, in dem bereits eine Bezahlkultur etabliert ist, plädiert der Springer-Vorstand vehement für kostenpflichtige Angebote insbesondere der Öffentlich-Rechtlichen. „Nutzer, die attraktive Inhalte haben wollen, sollen dafür bezahlen."
Seine Vorschläge zu Bezahl-Apps bei gleichzeitiger Sicherstellung, dass die staatlich unterstützten Sender auf allen Kanälen werbefrei finanziert werden, fand auf dem Podium zur Eröffnung überwiegend Zustimmung. So fasst Peter Boudgoust, Intendant des SWR, Döpfners Plädoyer keinesfalls auf Infragestellung des öffentlich-rechtlichen Auftrags auf, sondern versicherte: „Auch wenn die Tagesschau-App kostenfrei sein wird, werden wir Gratis-Apps keinesfalls als Ideologie einführen. Wir wollen durchaus Rücksicht nehmen auf die Belange der Verleger, um ihnen nicht zu schaden.“ son
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