28.12.2009
Medienschelte: Margot Käßmann bemängelt Schamlosigkeit
Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, übt heftige Kritik an den deutschen TV-Sendern. "Der Schutz der Privatsphäre scheint nichts mehr wert. Es geht offenbar nur noch um den programmierten Tabubruch, um nichts anderes. Die Sender müssen sich ihrer Verantwortung für die Menschen wieder bewusst werden", sagt die Theologin in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Im Zentrum ihrer Kritik stehen vor allem Castingshows, die ihrer Meinung nach Jugendliche vorführen.
Aber auch die Printmedien kommen nicht ungeschoren davon. Die Berichterstattung über die HIV-infizierten Sängerin Nadja Benaissa ist für sie ein Beispiel der Grenzüberschreitung. "Mehr kann man einen Menschen nicht bloßstellen", sagt Käßmann.
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