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Debatte

von Juliane Paperlein,
Ressortleiterin Medien

Medienkongress: TV muss sich auf Rückgänge einstellen


Das TV-Panel beim Deutschen Medienkongress

Das TV-Panel beim Deutschen Medienkongress

Auch wenn die TV-Sender im Internet bei Bewegtbildangeboten einen großen inhaltlichen Vorsprung haben, müssen sie sich in den kommenden Jahren auf schmerzhafte Veränderungen einstellen. "Die Konkurrenz wird nicht auf Contentseite kommen, sondern in der Distribution", sagt Jean-Pierre Fumagalli, Gründer von Smartclip, auf dem Deutschen Medienkongress in Frankfurt. US-Riesen wie Google, MSN und Yahoo werden aus seiner Sicht langfristig im Bereich Video-Content auch den deutschen Markt dominieren.
 
"TV bleibt das Brot- und Butter-Geschäft": Thomas Wagner, Seven-One Media 

"TV bleibt das Brot- und Butter-Geschäft": Thomas Wagner, Seven-One Media

Jürgen Blomenkamp, Global CEO Trading der Group M, sieht in der neuen Konkurrenz ebenfalls die größte Herausforderung für die TV-Vermarkter, wenn es darum geht, die Bewegtbildvermarktung abseits des klassischen Fernsehgerätes aufzubauen. "Wie können klassische Medienhäuser ihren Weg in diesen Markt finden und Anteil am Wachstum haben? Das ist die Frage", sagt er auf dem Deutschen Medienkongress in Frankfurt. El-Cartel-Media-Chef Jan Kühl hat eine mögliche Antwort: "Wir produzieren sehr viel selbst. Daher haben wir die Rechte und können diese auch online kapitalisieren."
Insgesamt geben sich die TV-Vermarkter angesichts solcher Szenarien betont gelassen, können sie sich im boomenden Markt an Bewegtbildwerbung angesichts der professionellen Umfelder, die sie verkaufen, derzeit doch ein ordentliches Stück vom Kuchen abschneiden. "Wir wollen Qualität bieten", sagt stellvertretend für die Gattung Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung von Seven-One Media, dem Vermarkter von Pro Sieben Sat 1. Seven-One ist einer der größten Onlinevermarkter Deutschlands. Angesichts des insgesamt jedoch noch geringen Prozentsatzes, den Online derzeit zum Umsatz beiträgt, setzt Wagner weiter auf die klassischen TV-Erlöse: "Das wird auf absehbare Zeit unser Brot- und Buttergeschäft bleiben."
 
Fumagalli hat jedoch schon eine konkrete Prognose bereit, wann diese Zeit enden könnte. Er rechnet damit dass der Anteil der beiden großen TV-Vermarkter an den Nettowerberlösen bei Bewegtbild von aktuell um die 85 Prozent schon binnen zehn Jahren auf 25 Prozent schrumpfen könnte - zu Gunsten der US-Player. pap
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