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Mathias Döpfner wirft Google "erzkapitalistische Interessen" vor


von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

Mathias Döpfner verschärft den Ton gegenüber Google

Mathias Döpfner verschärft den Ton gegenüber Google


Springer-Chef Mathias Döpfner, sonst nicht gerade für polternde Auftritte bekannt, schlägt im Streit um die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Verlage gegenüber Google härtere Töne an: Im Interview mit der "Zeit" warf der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer dem Internetkonzern vor, "erzkapitalistische Interessen" zu verfolgen. Außerdem verriet Döpfner neue Details zu den geplanten Bezahlmodellen bei Welt Online und Bild.de.
 
"Wir glauben dem Google-Slogan ‚Don't be evil’ und denken, die netten Jungs mit dem bunten Logo meinen es doch nur gut. In Wirklichkeit will Google nur erzkapitalistische Interessen durchsetzen und sein Geschäftsmodell optimieren", sagte Döpfner gegenüber der "Zeit": "Das ist so, als würde eine Hehlerbande bei Amnesty International eine Menschenrechtspetition zur Verteidigung der freien Bürgerrechte beim Ladendiebstahl einreichen." Nach Angaben von Döpfner hat das US-Unternehmen auch nach Jahren der Auseinandersetzung "noch nie nach dem Preis gefragt, der uns vorschwebt". Google hat in der vergangenen Woche eine Online-Kampagne gegen das geplante Leistungsschutzrecht gestartet und damit heftige Kritik von Seiten der Verlage geerntet.
Außerdem enthüllte Döpfner gegenüber der Wochenzeitung erste Einzelheiten zu den geplanten Bezahlmodellen bei seinen großen Nachrichtenportalen Welt Online und Bild.de: Bei Welt Online setzt Döpfner auf "eine Art kostenloses Probelesen, bei dem man sich nach einer bestimmten Anzahl von Klicks entscheiden muss, ob man das Produkt abonnieren möchte". Bei Bild.de will er "ein Modell finden, das der Tatsache gerecht wird, dass sie keine Abonnement-, sondern eine Einzelverkaufszeitung ist". Beim Bezahlen solle ein Klick reichen.
 
Interessanterweise geht Döpfner zugleich von steigenden Anzeigenpreisen bei den Portalen aus, weil im Werbemarkt erfahrungsgemäß ein zahlender Leser mehr wert sei als ein nicht zahlender. "Perspektivisch ist die Preiserhöhung die logische Konsequenz", sagte der Verlagschef.
 
Auch zu den Erwartungen an den Aufenthalt von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann im Silicon Valley äußerte sich Döpfner. Im Idealfall würden daraus neue Gründungen bei Springer entstehen. Das Beste wäre, "wenn die drei in den USA auf interessante Geschäftsmodelle für markengebundene Inhalte stoßen. Konzepte, die gerade im Silicon Valley diskutiert werden. Vielleicht könnte daraus sogar eine Gründung innerhalb unseres Unternehmens entstehen." Sorgen um das Flaggschiff "Bild" macht sich Döpfner wegen des Auslandsaufenthalts von Diekmann unterdessen nicht: Diekmann sei der beste "Bild"-Chef. "Das merkt man unter anderem daran, wie gut es läuft, wenn er weg ist: Oder haben Sie das Gefühl, wenn Sie morgens die 'Bild'-Zeitung aufschlagen, das sie sich dramatisch verschlechtert hat?" dh
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