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19.03.2010

Bertelsmann

von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

"Manager Magazin": Umsatz von G+J bricht ein / Verkauf "wahrscheinlich"


Dank gewaltiger Sparanstrengungen bleibt Bertelsmann profitabel 

Dank gewaltiger Sparanstrengungen bleibt Bertelsmann profitabel

Das "Manager Magazin" gibt bereits vor der offiziellen Veröffentlichung Einblick in die wichtigsten Kennzahlen von Bertelsmann: Demnach sei der Medienkonzern vergleichsweise glimpflich durch das Krisenjahr 2009 gekommen.
 
Der Umsatz schrumpft laut dem Wirtschaftsmagazin um 4,3 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro, der operative Gewinn soll um zehn Prozent auf 1,4 Milliarden Euro abgesackt sein. Nach Abzug von Sondereffekten und hohen Werberichtigungen in Höhe von 250 Millionen Euro bleibe ein Vorsteuergewinn von 700 Millionen Euro. Insgesamt bleibe der Medienkonzern knapp in den schwarzen Zahlen. So nehme das "böse Geschäftsjahr 2009 ein gutes Ende" bilanziert Autor Klaus Boldt. Bertelsmann kommentiert die Zahlen mit Verweis auf die Bilanz-Pressekonferenz am 23. März nicht. "Das sind Schätzungen des Manager Magazins", sagt ein Sprecher. 
Düster sieht jedoch die Bilanz bei der Zeitschriftentochter Gruner + Jahr aus: Der Umsatz bricht nach Informationen des "Manager Magazins" um 400 Millionen Euro auf 2,4 Milliarden Euro ein, das Operating Ebit sinkt auf 200 Millionen Euro. Damit fällt das Verlagshaus hinter den großen Konkurrenten Axel Springer zurück. Unter dem Strich könnte G+J sogar in die roten Zahlen rutschen. Verkauf des 74,9-prozentigen Bertelsmann-Anteils an Europas größtem Zeitschriftenhaus in den nächsten fünf Jahren sei "wahrscheinlich".
 
Auch HORIZONT (Ausgabe 4/2010) hatte im Januar im Rahmen einer Geschichte über die G+J-Eigner Bertelsmann und Jahr-Gruppe (25,1) über entsprechende kursierende Spekulationen berichtet. Daraufhin hatte Bertelsmann dementiert, seine Beteiligung an G+J zu prüfen. Die Gütersloher legten Anfang Februar Wert auf die Feststellung: "Alle Spekulationen oder Planspiele, dass sich Bertelsmann von seinem Engagement bei G+J trennen könnte, entbehren jeder Grundlage." Nach Ansicht von Boldt "bekäme auch G+J" ein Eigentümerwechsel, da Gewinne wieder selbst investiert werden könnten.
 
Insgesamt bleibt die Lage bei Bertelsmann angespannt. Der Vorstandsvorsitzende Hartmut Ostrowski konnte nur durch einen strikten Sparkurs Schlimmeres verhindern. Er hatte Europas größtem Medienkonzern das größte Kostensenkungsprogramm seiner Geschichte auferlegt: Fast 900 Millionen Euro wurden eingespart, 4500 Stellen gestrichen. "2009 war eines der anspruchsvollsten Jahre meines Berufsleben", bekennt Ostrowski im "Manager Magazin". Die offiziellen Zahlen werden am kommenden Dienstag vorgestellt. dh
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