Nachfolgeregelung
09.10.2009
Liz Mohn bekommt mehr Macht bei Bertelsmann
Die 68-jährige Liz Mohn, Witwe des vergangene Woche verstorbenen Bertelsmann-Patriarchs Reinhard Mohn, bekommt mehr Macht bei Europas größtem Medienkonzern. Im Gespräch mit der "FAZ" berichtet der Bertelsmann-Aufsichtsratsvorsitzende Gunter Thielen über Reinhard Mohns Testament.
Der entscheidende Punkt: Seine zweite Ehefrau soll bis zum Alter von 75 Jahren Familiensprecherin und Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) bleiben, die die Stimmrechte des Konzerns kontrolliert. Sie erhält auch das umfassende Veto-Recht, das bislang Reinhard Mohn hatte. Beobachter waren davon ausgegangen, dass dieses mit Mohns Tod aufgelöst würde. Damit kann Liz Mohn wichtige Konzernentscheidungen blockieren. Viele Beobachter zweifeln immer wieder an der unternehmerischen Kompetenz von Liz Mohn. Thielen verweist jedoch auf ihre Erfolge bei dem Aufbau der Deutschen Schlaganfallstiftung und ihre Bereitschaft Berater einzubeziehen.
Die Frage, wer in sieben Jahren die Aufgaben von Liz Mohn übernehmen könnte, ist laut Thielen noch nicht entschieden. derzeit schreiben die meisten der promovierten Politikwissenschaftlerin Brigitte Mohn die besseren Chancen zu, als dem bei Lycos in der Vergangenheit glücklos agierenden Christoph Mohn. "Es gibt keinen Automatismus, nach dem Brigitte Mohn später die Rolle ihrer Mutter übernimmt. Christoph Mohn hat die gleichen Chancen wie seine Schwester", sagt Thielen der Zeitung. pap
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