HORIZONT.netHORIZONTjopsHORIZONTpeoplewww.HORIZONTstats.de
HORIZONT.NET
08.01.2010

Informationsprogramme

Landesmedienanstalten wollen Private zu eigenen Nachrichten verpflichten


Jetzt schalten sich die Medienhüter im Streit um N24 ein 

Jetzt schalten sich die Medienhüter im Streit um N24 ein

Die Landesmedienanstalten planen, private Vollprogramme und Sendergruppen zur Produktion eigenständiger Nachrichten zu verpflichten. Laut eines Papiers, das unter den Direktoren der Landesmedienanstalten kursiert, soll festgelegt werden, wie viel Geld die Sender für selbst produzierte Nachrichten ausgeben müssen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Demnach heißt es in dem Papier: "Die Verpflichtung zu einem eigenständigen publizistischen Nachrichtenangebot sollte denjenigen Unternehmen auferlegt werden, deren Zuschauermarktanteil fünfzehn Prozent erreicht und übersteigt. Das sind derzeit Pro Sieben Sat 1 und die RTL-Gruppe."
 
Im November hatte Pro Sieben Sat 1 bekannt gegeben, den Nachrichtenanteil bei N24 aus Kostengründen reduzieren zu wollen. Auch der Verkauf des Kanals steht zur Debatte. Momentan liefert N24 sämtliche Nachrichtensendungen für Pro Sieben, Sat 1 und Kabel Eins. Die Kosten der Nachrichtenproduktionen von angeblich rund 40 Millionen Euro pro Jahr sind für den privaten Anbieter aber schwer zu refinanzieren.
 
Während ARD und ZDF ihre Nachrichten über die GEZ-Gebühren finanzieren, tun sich die privaten Anbieter schwer, ihre Nachrichten durch Werbung zu refinanzieren und dürfen zudem Informationssendungen auch nicht durch Werbung unterbrechen. Trotzdem wollen die Landesmedienanstalten die Sender in die Pflicht nehmen. In dem Papier steht, die Informationsvermittlung "als eine zentrale Leistung des dualen Rundfunksystems ist nicht nur eine Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks", vor allem, da dieser immer weniger junge Zuschauer erreicht. "Die vom Bundesverfassungsgericht vorgegebenen Aufgaben des Rundfunks lassen sich auch deshalb nur erfüllen, wenn auch die Möglichkeiten der privaten Veranstalter genutzt werden, eigenständige publizistische Nachrichten zu verbreiten", begründet das Papier die Forderung.
 
Bereits in den vergangenen Wochen hagelte es Kritik an den Plänen von Pro Sieben Sat 1: Die Mitarbeiter von N24 forderten in einem offenen Brief, dass "die größte private TV-Sendergruppe in Deutschland auch weiterhin ihrer Informationspflicht im Sinne des Rundfunkstaatsvertrages gerecht wird". In einigen Staatskanzleien werde derzeit geprüft, ob man die Verpflichtung zur Ausstrahlung von Nachrichten künftig an die Reichweite der Sender koppeln könne. Kulturstaatsminister Bernd Neumann drohte gar damit, dem Kanal die Zulassung zu entziehen, sollte er keine Nachrichten mehr ausstrahlen. Auch Norbert Schneider, Direktor der nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Medien (LFM), betonte, dass es keine Lösung sei, Nachrichtenprogramme "je nach Kassenlage" anzubieten.
 
Am 19. Januar wollen die Landesmedienanstalten laut "FAZ" einen Beschluss zu dem Papier fassen. Eine gesetzliche Regelung für die Produktion eigenständiger Nachrichten könnte jedoch lediglich durch eine Änderung des Staatsvertrags der Bundesländer erfolgen. Bislang ist im Rundfunkstaatsvertrag nur festgeschrieben, dass Anbieter von Vollprogrammen verpflichtet sind, Nachrichten auszustrahlen, sowie Regionalfenster und Beiträge von Drittanbietern zu senden. Sara Weber

Artikel posten bei:
Twitter Facebook Google LinkedIn


Weitere Nachrichten aus Medien vom 08.01.2010:

"Titelbildcalculator" bewertet Zeitschriftencover: Was zieht am Kiosk?
"Gala Men" erscheint 2010 zweimal
Quoten von Kerner enttäuschen trotz Aufwärtstrend
Tele 5 startet mit Kampagne und neuem Design ins Jahr 2010
Kinojahr 2009: Rekordmarktanteil für deutsche Kinofilme
Hamburger Abendblatt soll "Bürgerzeitung 2020" werden / Relaunch im Frühjahr

Zur Übersicht

TV-Quoten
Die meistgesehenen Sendungen vom

Rang Sender Sendung Startzeit TV
Gesamt
Quote
(%)
1 RTL RAUS AUS DEN SCHULDEN ... 21:14:41 4,25 Mio 14,8
2 RTL RTL AKTUELL 18:44:44 4,21 Mio 20,2
3 ARD Tagesschau 20:00:00 4,21 Mio 15,5
4 ARD Die Schwester 20:15:28 4,16 Mio 14,1
5 ZDF heute 18:59:47 3,87 Mio 17,5

Bestellen Sie jetzt kostenlos den HORIZONT.NET Newsflash und erhalten Sie jeden Morgen die TV-Quoten.


Zu den Top 20 TV-Quoten
Dmexco-Special
dmexco.jpg
Dmexco: Alle Infos auf einen Blick
Am 15. und 16. September ist Showtime. Dann trifft sich die Kommunikationsbranche zum zweiten Mal auf dem Digitalkongress Dmexco in Köln. HORIZONT.NET begleitet die Dmexco mit einem großen Online-Special und präsentiert an dieser Stelle ab sofort alle News, Hintergründe, Umfragen sowie später auch Bildergalerien und Videos. Zum Dmexco-Special
HORIZONT auf Facebook
HORIZONTstats.de
stats.jpg
HORIZONTstats.de - Statistiken aus Marketing, Werbung und Medien
HORIZONTstats.de bietet weit über 1 Million relevante Statistiken rund um Marketing, Werbung, Medien und Internet. Das kostenpflichtige Angebot von HORIZONT und Statista richtet sich insbesondere an Nutzer und Entscheider in der werbungtreibenden Industrie, Agenturen und Medien. Zu Horizontstats
News-Archiv

August 2010

MODIMIDOFRSASO
      1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031

September 2010

MODIMIDOFRSASO
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930
 
Nachrichten
Galerie

Be-Berlin-Kampagne von Jung von Matt/Spree
Jung von Matt/Spree hat sich den Etat von Berlin Partner für eine Werbekampagne gesichert. Im Rahmen der Hauptstadtkampagne "Be Berlin" hat die Agentur einen Auftritt entwickelt, der die Stärken Berlins als Industriestandort hervorheben soll.

HORIZONTJobs
Stellenmarkt

1.347 Stellenangebote und 876 Bewerberprofile