Nachfolgestreit
26.02.2009
Kurt Beck stellt sich hinter Nikolaus Brender
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrates des ZDF, hat sich in den Streit um Chefredakteur Nikolaus Brender eingeschaltet. Dabei beschuldigt er indirekt Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Absetzung von Brender zu betreiben. "Es ist nicht aus der Luft gegriffen, dass die Quellen für ein solches Verhalten nicht in erster Linie in der Hessischen Staatskanzlei zu suchen sind, sondern in Berlin", sagte Beck der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Diese Strategie dürfe aber nicht aufgehen: "Wenn dieses Kalkül nicht aufgeht und nur der Schaden für den Sender bleibt, sollte man es lassen. Dieser Appell geht tief ins Kanzleramt." In Berlin sei die "Basis" für die Verhinderungsstrategie nach dem Motto "Den nicht, koste es, was es wolle". Zugleich stellte sich Beck, der auch medienpolitischer Sprecher der SPD ist, hinter Brender. Dieser sei ein "hervorragender Journalist".
Durch den Streit um Brender mehren sich auch die Stimmen, das System der politischen Mitbestimmung durch die Rundfunkräte der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu reformieren. Es sei nicht nur höchste Zeit, das Finanzierungssystem von ARD und ZDF an die Moderne anzupassen, sondern auch seine Gremien und Führungsstrukturen, schreibt Kurt Kister in der "Süddeutschen Zeitung". Der ehemalige Intendant des WDR, Fritz Pleitgen, kritisiert die Äußerungen von Koch scharf: "Man sieht nun, um was es geht: Um Machtausübung!" Parteien sollten in den Gremien der öffentlich-rechtlichen Anstalten vertreten sein, aber sie dürften diese nicht dominieren und "sich den Rundfunk zur Beute machen". dh
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