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von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

Kurt Beck stellt sich hinter Nikolaus Brender


Nikolaus Brender erhält Zuspruch aus der Politik 

Nikolaus Brender erhält Zuspruch aus der Politik

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrates des ZDF, hat sich in den Streit um Chefredakteur Nikolaus Brender eingeschaltet. Dabei beschuldigt er indirekt Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Absetzung von Brender zu betreiben. "Es ist nicht aus der Luft gegriffen, dass die Quellen für ein solches Verhalten nicht in erster Linie in der Hessischen Staatskanzlei zu suchen sind, sondern in Berlin", sagte Beck der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
 
Diese Strategie dürfe aber nicht aufgehen: "Wenn dieses Kalkül nicht aufgeht und nur der Schaden für den Sender bleibt, sollte man es lassen. Dieser Appell geht tief ins Kanzleramt." In Berlin sei die "Basis" für die Verhinderungsstrategie nach dem Motto "Den nicht, koste es, was es wolle". Zugleich stellte sich Beck, der auch medienpolitischer Sprecher der SPD ist, hinter Brender. Dieser sei ein "hervorragender Journalist". 
Derweil hat sich auch Brender selbst in der "Süddeutschen Zeitung" zu Wort gemeldet. Zu der Kritik des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, die Nachrichtensendungen des ZDF hätten Zuspruch verloren, sagte der Chefredakteur: "Herr Koch vergleicht Äpfel mit Birnen." Man halte am Qualitätskonzept der ZDF-Nachrichtensendungen fest. "Nachrichtensendungen ohne Politiker sind quotenträchtiger. Das zeigt die private Konkurrenz. Diesem verführerischen Hinweis von Herrn Koch werden wir aber nicht nachgeben." Zu Kochs Argument, Brender sei auch innerhalb des ZDF umstritten, sagte der Chefredakteur: "In den Redaktionen des ZDF wird offen, engagiert und mit Temperament über Qualität, Inhalte und Sendeformate diskutiert. (...) Wenn die Diskussionen der Redaktionen mit ihrem Chefredakteur von Herrn Koch zur Diskussion über den Chefredakteur verfälscht wird, ist das kein Problem des Chefredakteurs."
 
Durch den Streit um Brender mehren sich auch die Stimmen, das System der politischen Mitbestimmung durch die Rundfunkräte der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu reformieren. Es sei nicht nur höchste Zeit, das Finanzierungssystem von ARD und ZDF an die Moderne anzupassen, sondern auch seine Gremien und Führungsstrukturen, schreibt Kurt Kister in der "Süddeutschen Zeitung". Der ehemalige Intendant des WDR, Fritz Pleitgen, kritisiert die Äußerungen von Koch scharf: "Man sieht nun, um was es geht: Um Machtausübung!" Parteien sollten in den Gremien der öffentlich-rechtlichen Anstalten vertreten sein, aber sie dürften diese nicht dominieren und "sich den Rundfunk zur Beute machen". dh
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