08.02.2002
Kirch in Not: Murdoch will sein Geld zurück
Leo Kirch gerät immer mehr in Bedrängnis. Gerade noch hatte die größte Gläubigerbank, die Bayerische Landesbank, eine gemeinsame Hilfsaktion aller Gläubiger vorgeschlagen, da kommt ein neuer Querschläger aus Los Angeles: Pay-TV-Partner Rupert Murdoch kündigt an, seine Geschäftsbeziehungen zu dem hochverschuldeten Münchner Medienunternehmer abzubrechen. "Ich weiß nicht, wie wir unsere Beziehung weiterführen sollen, ohne noch mehr Geld hineinzustecken. Dazu sind wir aber nicht bereit", sagte Murdoch gegenüber der "Financial Times".
Damit schlägt der Australier noch einmal einen kräftigen Haken: Erst vor zwei Wochen hatte er in einem Interview mit Springers "Welt am Sonntag" gesagt, er könnte sich auch eine Erhöhung seines Premiere-World-Anteils (22 Prozent) vorstellen, soweit er mehr Einfluss auf das Management bekäme. Und: "Wir werden keine feindlichen Schritte unternehmen."
Jetzt sieht es so aus, als wolle Murdoch retten, was noch zu retten ist. Im Oktober kann Murdoch eine Verkaufsoption ausüben und seinen Premiere-Anteil für rund 1,7 Milliarden Euro zurückfordern. Ob Kirch, der derzeit mit rund 6 Milliarden Euro bei den Banken in der Kreide steht, allein Premiere fortführen kann, scheint fraglich, auch wenn der neue Premiere-Chef Georg Kofler in der "FTD" noch Optimismus verbreitet: "Es wird in Deutschland immer Abo-TV und deshalb auch immer Premiere geben."
- Medien 7. Februar 2002: HORIZONT.NET-Umfrage: Es wird eng für Kirch
- Medien 6. Februar 2002: Kirchs Medien-Imperium soll gesundschrumpfen
- Medien 5. Februar 2002: Deutsche Bank erhöht den Druck auf Kirch
- Medien 4. Februar 2002: Kirch-Gruppe weiter unter Druck
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