18.02.2010
Kinobetreiber boykottieren "Alice im Wunderland"
Kinobetreiber in mehreren europäischen Ländern drohen mit einem Boykott gegen den neuen Disney-Film "Alice im Wunderland" von Tim Burton. Dabei geht es um den geplanten Start der Vermarktung auf DVD. Für Disney wäre ein Boykott äußerst schmerzlich: Die Neuverfilmung des Klassikers von Lewis Carroll gilt als einer potenziellen Kassenschlager 2010.
Disney will offenbar aus Sorge um eine illegale Verbreitung des Films im Internet den DVD-Verkauf bereits nach 13 Wochen starten - üblich und mit den Kinobetreibern vereinbart ist ein exklusives Auswertungsfenster von 17 Wochen für die Kinos. In den Niederlanden wollen die vier größten Kinoketten des Landes den 3D-Film daher boykottieren, wie die Niederländische Vereinigung der Kinobetreiber mitteilt.
Disney bemüht sich indes, die Wogen zu glätten: Eine gesunde Kinoindustrie sei genauso wichtig wie ein gesundes DVD-Geschäft, sagte Bob Chepak, Vice President Vertrieb von Disney.
In Deutschland droht dagegen offenbar kein Boykott. Disney habe versichert, dass wie vereinbart mindestens vier Monate zwischen Kinostart und DVD-Veröffentlichung liegen werden, sagte Oliver Fock, Geschäftsführer der Kinokette Cinestar der Nachrichtenagentur ddp. Hierzulande soll "Alice im Wunderland" wie geplant am 4. März anlaufen.
Auch in Deutschland gab es in der Vergangenheit bereits Streit um den Verkaufsstart von DVDs. Vor drei Jahren hatten die Kinoketten Cinestar und Cinemaxx Filme des Verleihers Twentieth Century Fox, darunter "Nachts im Museum", wegen des frühen DVD-Starts kurzzeitig aus dem Programm genommen. dh
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