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von Volker Schütz,
Chefredakteur

Kehrtwende: VDZ lobt Google


VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner 

VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner

Wochenlang hatte man seine gegenseitige Abneigung hierzulande in Erklärungen und in Interviews, durch Schweigen und Nicht-Beachten kundgetan. Doch seitdem Google in den USA seinen Mediendienst Fast Flip vorstellte, befinden die deutschen Verlagshäuser auf Kuschelkurs mit dem Suchmaschinen-Giganten.
 
Den Anfang machte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der auf seiner Jahrestagung den Google-Vorstoß ausdrücklich lobte. "Offenbar will Google, anders als in der Vergangenheit, nun mit den Verlagen konstruktiv zusammenarbeiten", sagt Hans-Joachim Fuhrmann, Director Communication und Multimedia beim BDZV. "Wir begrüßen es, dass bei Google offenbar ein Umdenken stattgefunden hat", so Fuhrmann weiter.
Nun meldet sich auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zu Wort. Nicht dessen Präsident Hurbert Burda, der in diversen Interviews einen „Fair Share“ von Google eingefordert hatte, meldet sich, wohl aber der VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner. Er meint: „So langsam versteht man bei Google die Bedenken der Verlage in aller Welt, die Milliarden ausgeben für das Herstellen von Inhalten und die mit der Vermarktung dieser Inhalte in der bisherigen Art durch Google und andere gewerbliche Anbieter nicht einverstanden sind. Wir sehen Google durchaus als Partner auch in der Zukunft. Das setzt aber zwingend voraus, dass die finanziellen Strukturen der Vermarktung nicht einseitig marktbeherrschend von Google festgelegt, sondern in einem Fair Share mit den Inhalte-Anbietern erreicht werden.“
 
Ausdrücklich lobt der VDZ das Fast-Flip-Preismodell, bei dem Verlage an den Einnahmen beteiligt werden – auch wenn der VDZ moniert, dass „begleitende Maßnahmen wie das Ausblenden der Verlagswerbung noch geändert werden“ müssten. In einem Kommentar in HORIZONT hatte Fürstner noch vor kurzem Googles Verhältnis zu den Verlagen scharf kritisiert. Unter anderem hatte er geschrieben: „Könnte es sein, dass die Weigerung Googles, für Snippets zu zahlen, aus kartellrechtlicher Sicht eine missbräuchliche Preissetzung durch eine marktbeherrschendes Unternehmen darstellt? Wie sind unter diesem Gesichtspunkt die Ad-Sense-Verträge zwischen Google und den Verlage zu bewerten? Gilt dort Fairplay oder könnte man auf die Idee kommen, von intransparenten Knebelverträgen zu sprechen?“
 
Fast Flip speist sich derzeit aus rund 50 US-Publikationen wie der "New York Times", der "Washington Post" und "Newsweek", aber auch aus Online-Quellen wie der Website der britischen BBC. "Mit Fast Flip kann man sich sein eigenes Magazin schaffen", verspricht Google-Manager Josh Cohen. vs
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