Kehrtwende: Premiere kauft Anteile an Premiere Star zurück
Premiere-Chef Mark Williams zahlt Premiere-Star-Anteilseigner aus
Rolle rückwärts bei Premiere: Der angeschlagene Pay-TV-Anbieter will seine Satellitenplattform Premiere Star nun wieder komplett integrieren. Das Unternehmen, an dem der Medienkonzern News Corp von Rupert Murdoch aktuell mit 29 Prozent beteiligt ist, hat sich eigenen Angaben zufolge mit allen neun Premiere-Star-Minderheitsgesellschaftern darauf verständigt, deren Anteile an Premiere Star schrittweise zurückzukaufen. Die Gerüchte, Premiere werde sich komplett von seiner Satellitenplattform trennen, haben sich somit nicht bewahrheitet. "Die Premiere Star Kanäle sind ein wichtiger Baustein in unserer Programm-Strategie sowie wertvoller Bestandteil unseres Inhalteangebots und damit Teil des Kerngeschäftes von Premiere", begründet Premiere-Chef
Mark Williams die Maßnahme. Alle Vereinbarungen sollen spätestens nach Abschluss der geplanten Kapitalerhöhung in Kraft treten. Die Minderheitsgesellschafter halten derzeit 40,2 Prozent an Premiere Star.
Premiere Star wird komplett integriert
Premiere will den Gegenwert der Anteile über die nächsten vier Jahre von Juli 2009 bis einschließlich Juli 2013 begleichen. Der Hauptanteil soll aber erst in den Jahren 2012 und 2013 entrichtet werden. Die Zahlungen entsprächen dem neuen Business-Plan von Premiere und seien im Rahmen der neu getroffenen Finanzierungsvereinbarung genehmigt, teilt das Unternehmen mit.
Die Anteilseigner von Premiere Star
EM.Sport Media AG
HVB Capital Partners AG
Atlas Venture Fund VII, L.P
tmc content group ag
Wellington Partners Ventures III Technology Fund L.P.
Turner Broadcasting System, Inc.
GL Europe Luxembourg S.à.r.l.
Wolfram Winter
BLB Betreuungsgesellschaft für Liegenschaften und Beteiligungen mbH
Premiere steht derzeit vor großen Herausforderungen. Nach dem Skandal um
überhöhte Kundenzahlen im vergangenen Jahr und der Bekanntgabe
tiefroter Zahlen für 2008 muss sich das Unternehmen komplett neu aufstellen. Der wichtigste Strippenzieher bei diesem Unterfangen ist
Rupert Murdoch. Der australische Medienmogul hält mit seinem Konzern
News Corp. derzeit rund 29 Prozent an Premiere. Murdoch wird seine Anteile aber im Zuge der bevorstehenden Kapitalerhöhung, die schon aufgrund der
Bundeliga-Berichterstattung dringend notwendig ist, weiter ausbauen.
In einem ersten Schritt hat Murdoch bereits das Management des Münchner Konzerns nahezu komplett ausgetauscht und die Angebotspalette um Nischenprodukte wie Premiere Flex bereinigt. Teil der Repositionierung ist auch eine Werbeoffensive im 2. Halbjahr. Um den
40 Millionen Euro schweren Etat pitchen derzeit mehrere Agenturen.
mas
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