TV-Vermarkter
18.03.2009
Kartellamt liegt Beschwerde über Seven-One Media vor
Beim Bundeskartellamt liegt eine Beschwerde über die Rabattpolitik des Pro-Sieben-Sat-1-Vermarkters Seven-One Media vor. Ein Ermittlungsverfahren existiert derzeit jedoch nicht, betont ein Seven-One-Sprecher gegenüber HORIZONT.NET. "Der Umstand, dass es Beschwerden gibt, zeigt ja gerade, dass der Wettbewerb funktioniert", sagt der Sprecher.
Ob sich die Behörde des Themas annimmt und eine Prüfung einleitet oder nicht ist unklar, denn das Salesmodell 2009, mit dem Seven-One Media derzeit im Markt aktiv ist, hatte der Vermarkter den Wettbewerbswächtern bereits vorab vorgestellt.
Dass Seven-One das Modell der Behörde präsentiert hatte, ist ungewöhnlich. Der Hintergrund: 2007 hatten das Kartellamt den Wettbewerber der RTL-Gruppe, IP Deutschland, und Seven-One, wegen umstrittener Rabatte eine Kartellstrafe von circa 216 Millionen Euro verhängt. Beide Vermarkter dominieren mit über 80 Prozent den deutschen Werbemarkt. Anschließend hatten IP und Seven-One ihre Rabattmodelle überarbeitet.
Die Variante, mit der Seven-One in die Saison 2007/08 startete, verzichtete auf die strittigen Naturalrabatte an Mediaagenturen - und bescherte dem Unternehmen einen deutlichen Umsatzeinbruch. In der Folge hatte Seven-One Media das Modell im April korrigiert und im Herbst nochmals verändert. Unter dem Strich hat Seven-One gegenüber IP 2008 trotzdem deutlich an Marktanteil verloren und setzt seit Jahresbeginn zu einer Aufholjagd an. Die Rabattschlacht hatte Konzernvorstand und Seven-One-Chef Klaus-Peter Schulz auf der Bilanz-Pressekonferenz noch als "Wintermärchen" bezeichnet. pap
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