Konsolidierung
Kartellamt genehmigt Übernahme des Berliner Verlags durch DuMont
Berliner Zeitung – bewegte Jahre im Zeitraffer
26.2.2002: "Tagesspiegel"-Eigner Holtzbrinck kauft von Gruner + Jahr den Berliner Verlag.
12.12.2002: Das Kartellamt untersagt die Übernahme, weil Holtzbrinck mit den beiden Hauptstadtzeitungen gegenüber Axel Springers Titel "Berliner Morgenpost" eine überragende Marktmacht hätte.
18.12.2002: Holtzbrinck beantragt eine Ministererlaubnis beim damaligen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement.
12.5.2003: Clement fordert Holtzbrinck auf, den defizitären "Tagesspiegel" zu verkaufen.
29.9.2003: Holtzbrinck verkauft den "Tagesspiegel" an den Ex-Manager Pierre Gerckens.
4.2.2004: Das Kartellamt untersagt den Verkauf an Gerckens.
Oktober 2004: Holtzbrinck beginnt mit der Suche nach einem Käufer - entweder für den "Tagesspiegel" oder für den Berliner Verlag.
Oktober 2005: Das Interesse des britischen Zeitungsmannes David Montgomery am Berliner Verlag wird bekannt.
1.12.2005: VSS und Montgomerys Mecom kaufen mit der eigens gegründeten BV Deutsche Zeitungsholding (DZH) den Berliner Verlag für kolportierte 150 bis 180 Millionen Euro - zum Großteil über Kredite finanziert.
Januar 2006: Die DZH übernimmt das Traditionsblatt "Hamburger Morgenpost" von Hans Barlach und Chefredakteur Josef Depenbrock.
Mai 2006: "Berliner Zeitung"-Chefredakteur Uwe Vorkötter wirft hin und wird Chefredakteur der "Frankfurter Rundschau", die zu dieser Zeit zur SPD-Holding DDVG gehört. Depenbrock übernimmt die Chefredaktion der "BLZ".
Juli 2006: M. DuMont Schauberg kauft die Mehrheit an der "Frankfurter Rundschau".
März 2007: Mecom übernimmt die Anteile von VSS an dem Berliner Zeitungshaus. Im Gegenzug kauft VSS einen Minderheitsanteil an Mecom.
1.8.2007: Peter Skulimma, Geschäftsführer des Berliner Verlags und der DZH, wechselt zu Mecom nach London. Depenbrock übernimmt zusätzlich die Leitung der DZH.
Juni 2007: Die DZH kauft die Netzeitung.
2007/08: Die Mitarbeiter der DZH-Titel bekämpfen sowohl Depenbrock als auch Montgomery und streiten über die Strategie zur Steigerung der Rendite.
2008: Die hoch verschuldete Mecom beginnt mit der Suche nach einem Käufer für das profitable Deutschlandgeschäft.
13.1.2009: M. DuMont Schauberg kauft die Print- und Online-Angebote der DZH für 152 Millionen Euro. QUELLEN: HORIZONT, WIKIPEDIA
Die Übernahme führe nicht zu einer marktbeherrschenden Stellung der beteiligten Unternehmen auf den betroffenen Anzeigen- und Lesermärkten, begründen die Wettbewerbshüter ihre Entscheidung. Aufgrund der unterschiedlichen geografischen Schwerpunkte komme es in den jeweiligen Verbreitungsgebieten auch zu keinen Überschneidungen der Tätigkeiten der beiden Verlagshäuser.
Mit dem Deal gelingt es DuMont, seinen Einfluss auf den deutschen Tageszeitungsmarkt erheblich zu vergrößern. Zwar müssen die Mecom-Titel durch eine kräftige Investitionsspritze zunächst aufgepäppelt werden, aber Experten attestieren DuMont dabei gute Chancen. Es lassen sich viel versprechende Synergien auf redaktioneller Ebene heben: So könnten "Kölner Stadt-Anzeiger", "Frankfurter Rundschau" und "Berliner Zeitung" von einer Zusammenarbeit profitieren. Denkbar wäre eine gemeinsame Mantelredaktion. Auch die Boulevard-Titel "Kölner Express", "Berliner Kurier" und "Hamburger Morgenpost" können enger verzahnt werden. bn
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