20.08.2008
Jürgen Emig belastet Hessischen Rundfunk
Der Hessische Rundfunk (HR) gerät beim Prozess gegen seinen früheren Sportchef Jürgen Emig zunehmend unter Druck. Emig, der unter anderem wegen Bestechlichkeit, Untreue und Betrug derzeit vor Gericht steht, wirft seinem ehemaligen Arbeitgeber vor, von den Geldzahlungen gewusst zu haben.
Er wolle geradestehen "für eigene Fehler, aber nicht für die, die andere gemacht haben". Dabei belastet Emig auch den amtierenden HR-Intendanten Helmut Reitze. Dieser habe von den Drittmitteln, die Emig als Produktionskostenzuschüsse eingeworben und teilweise veruntreut hatte, gewusst. Bei den kommenden Verhandlungstagen sollen nun Verantwortliche des HR, darunter auch der ehemalige Intendant Klaus Berg befragt werden. Reitze ist bislang nicht als Zeuge geladen.
In einem Schreiben des HR-Justiziars an die Rechtsabteilung, das der Vorsitzende Richter Christopher Erhard gestern verlas, heißt es sinngemäß: Wenn Emig demnächst aus dem HR ausscheide, sehe man es nicht als seine Aufgabe an, weitere Nachforschungen anzustellen; das sei schließlich Aufgabe der Staatsanwaltschaft. dh
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