HORIZONT.NET
03.09.2007

Ifa: ARD und ZDF verteidigen ihre Digitalstrategie


Verteidigt Digital-Strategie des ZDF: Intendant Markus Schächter 

Verteidigt Digital-Strategie des ZDF: Intendant Markus Schächter

Trotz heftiger Kritik von Verlegern und Privatsendern halten ARD und ZDF an ihren Plänen zur Digitalisierung fest. So präsentieren sie auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin ihre aktuellen Projekte.
 
Digitales Kernstück der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ist die Mediathek, eine Video-on-Demand-Plattform, auf der sie den Internetnutzern zahlreiche Sendungen nach der Ausstrahlung im TV und einige Formate auch vorab zur Verfügung stellen. Das ZDF hat gerade die dritte Version seiner Mediathek eröffnet, die der Mainzer Sender gemeinsam mit dem IPTV-Spezialisten TV1.de überarbeitet hat.
 
Im Zuge des Relaunch wurde das Videoangebot erweitert, die Nutzerführung sowie Suchoptionen verbessert, Live-Streams hinzugefügt und eine Bewertungsfunktion für die einzelnen Beiträge integriert. Mit dem Neustart setzt das ZDF den Video-Standard H.264 ein, der es den Usern ermöglicht, auf das Angebot über den PC, das Fernsehgerät und das Mobiltelefon zuzugreifen. Das Abspielen ist ab sofort mit den gängigen Betriebssystemen Windows, Mac und Linux möglich.
 
Die ARD präsentierte dem Ifa-Publikum ihre Mediathek vorab in einem Showcase. Neben Videos wird sie auch Audio-Beiträge der Radiosender enthalten, die zur ARD gehören. Die Plattform wird erst in einigen Monaten starten.
 
Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und ZDF-Intendant Markus Schächter kündigten außerdem an, 2010 - im Jahr der Olympischen Winterspiele in Vancouver und der Fußball-WM in Südafrika - mit der parallelen Ausstrahlung von HD-TV zu beginnen.
 
Der Vorwurf des Bundes Deutscher Zeitschriftenverleger (BDZV), dass die digitale Expansion der Öffentlich-Rechtlichen mithilfe von Gebührengeldern zu einer Wettbewerbsverzerrung führe, wiesen Raff und Schächter zurück. "Das ZDF und die Zeitungsverlage bewegen sich im Internet nicht auf dem gleichen Markt. Zum einen findet kein ökonomischer Wettbewerb statt, da das ZDF in seinem Online-Angebot keine Werbung anbietet. Zum anderen gibt es inhaltliche Abgrenzungen, da das ZDF beispielsweise keine regionalen und lokalen Angebote im Internet macht", sagte Schächter. Raff kündigte Gespräche mit dem Verlegerverband an. Am 26. September wollen sich die Senderchefs mit dem BDZV in Mainz treffen. bn
 

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