Online-Währung
IVW schränkt ab 2010 Relevanz von Page Impressions ein
Die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) plant, die Messgröße Page Impression ab 2010 nicht mehr in ihrer online abrufbaren Gesamttabelle der IVW-gelisteten Websites auszuweisen. Sie will die PIs künftig erst beim individuellen Aufruf der einzelnen Angebote sichtbar machen.
Außerdem soll die Definition der umstrittenen Messgröße PIs verändert werden. Der Beschluss für die Änderungen soll in den nächsten Wochen fallen. Dies sagt ein IVW-Mitarbeiter gegenüber HORIZONT. Damit reagiert das Gremium auf die ohnehin stark gesunkene Relevanz des Leistungswertes.
Die IVW arbeitet zusammen mit der Agof (Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung) an einer Neudefinition des Leistungswertes. Die Überarbeitung zielt darauf ab, in Zukunft stärker die Werberelevanz der Internetnutzung zu erfassen. Die veränderte Darstellung auf der Websites soll zudem die Vergleichbarkeit nach PIs erschweren.
„Bisher wurde grundsätzlich jeder Seitenaufruf eines Nutzers gezählt. Nach gegenwärtigem Diskussionsstand in den zuständigen IVW-Gremien sollen künftig nur noch die Klicks auf potenziell werbeführende Seiten berücksichtigt werden", erklärt Jörg Bungartz, der bei der IVW für die Online-Ausweisung zuständig ist.Jörg Bungartz: Nach gegenwärtigem Diskussionsstand sollen künftig nur noch die Klicks auf potenziell werbeführende Seiten berücksichtigt werden.
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Mehr zu diesem Thema lesen Sie in HORIZONT 26/2009, die am heutigen Donnerstag, 25. Juni, erscheint.
Die Beschlüsse sollen innerhalb der nächsten Wochen fallen. Die erste Ausweisung in der überarbeiteten Form soll spätestens zu Beginn des kommenden Jahres veröffentlicht werden. bn
Und wie soll das dann funktionieren?
Wie kann man denn nur an den Visits erkennen, wie viele Möglichkeiten ein Webauftritt zum Platzieren von Werbung bietet? Was nutzt der Werbeplatzierenden Branche die reine Visitangabe (also Reichweite), ohne die Zusatzinfos, wie aktiv der Auftritt genutzt wird, wie viele Seiten sich möglicherweise dahinter verbergen, wieviele Seiten ein besucher im Schnitt aufruft, etc.? Jede PI ist ja eine Chance Werbung einzublenden. Anders formuliert: Wird jetzt eine Website, die 100.000 Besucher hat und aus 10 Seiten besteht und 1.000.000 PIs hat, genau so hoch eingestuft, wie eine Website, die 100.000 Besucher hat 50.000 Seiten und 10.000.000 PIs? Oder verzweifelt die IVW daran, dass momentan viele Websites mit Tricks die PIs versuchen hoch zu drücken? Oder orientiert sich die IVW wieder mehr Richtung Print, wo es nur um Reichweite geht, weil die Anzahl der Seiten eines Heftes da ja statisch ist? Fragen über Fragen. Na, warten wir es mal ab...Populismus...
Super. Visits können Page Impressions wohl kaum in der Zählung ablösen, sind sie doch eine aus PIs und Verweildauer errechnete Größe. So wird wohl Infonline also weiter PI zählen... nur nicht mehr auf den ersten Klick ausweisen. Diese Gesellschaft nähert sich wirklich immer mehr dem allgemeinen Hauptschulniveau an. Übrigens, lieber Herr Bungartz, die IVW-Richtlinien kennen doch wohl schon seit eh und je den Begriff der potentiell werbetragenden Seite. Und zwar noch aus einer Zeit, als "potenziell" noch "potentiell" hieß, ja doch, damals, als es noch Festlegungen zur PI-Erhebung in Framesets gab...Längst überfällige Entscheidung
Wenn ich sehe, wie manche Webseiten-Betreiber ihre Page Impressions horrend aufblähen, dann finde ich das ungerecht. Früher galt einmal der Konsens, dass nur jede neu geladene Seite als Page Impression zählen darf. Heute muss die Seite nicht neu geladen werden. Auch eine klitzekleine Änderung am Seitenlayout reicht aus, um das IVW-Zählpixel abzusetzen und damit eine Page Impression zu erhaschen. Die Problematik ist ein handwerklicher Fehler in den IVW-Bestimmungen. Dort steht nämlich nicht explizit, dass eine GANZE Seite zum Zählen neu geladen werden muss, sondern es reicht ein TEIL einer Seite. Zitat IVW: "...Nutzerinduzierte Aktion: - Aufruf einer neuen Seite oder neuer Seitenteile, ausgelöst durch das Klicken mit der Maus oder durch Tastatureingabe...". Im skurillsten Fall darf bereits eine Seitenteil-Änderung von 1x1 Pixel als Zählung einer Page Impression gelten. Genau hier setzen viele "schlaue" Anbieter an: Wenn per Mausklick und AJAX-Animation nur kleine Icons auf- oder zuklappen, Schriftzüge eingeblendet oder andere Animationen zum Klickern gezeigt werden, dann darf man das Zählscript anwerfen. Die Seite darf dabei stehen bleiben und das Werbemittel braucht sich auch nicht zu ändern. Wer dieses Spiel nicht mitmacht, bleibt der Dumme. Gott sei Dank wird das jetzt abgeschafft.Weitere Nachrichten aus Medien vom 25.06.2009:
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