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Gericht vertagt Showdown im Kirch-Prozess


von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

Der Fall Kirch beschäftigt die Gerichte weiter 

Der Fall Kirch beschäftigt die Gerichte weiter

Einige Prozessbeobachter hatten im Vorfeld mit einem Urteil im Prozess der Kirch-Erben gegen die Deutschen Bank gerechnet, doch das Oberlandesgericht München hat seine Entscheidung am Freitag erneut vertagt. Die Deutsche Bank hatte zuvor mit dem ehemaligen Finanzchef der Kirch-Gruppe noch einen Überraschungszeugen aus den Hut gezaubert.
 
Das Justizdrama um die Pleite der Kirch-Gruppe vor zehn Jahren geht weiter. Das Oberlandesgericht München hat am Freitag nach den Schlussplädoyers der beiden Seiten noch kein Urteil verkündet und die Parteien zum wiederholten Mal zu einem Vergleich aufgefordert.
Zuvor hatte der ehemalige Chef der Deutschen Bank Rolf Breuer noch einmal jegliche Verantwortung für den Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch zurückgewiesen. "Was mir unterstellt wird, ist ungeheuer und ehrenrührig", sagte der Ex-Bankchef in einer vorbereiteten Erklärung. Er habe keinen Druck auf Kirch aufbauen wollen. In dem Fernsehinterview, das die Prozesslawine von Kirch gegen die Deutsche Bank ausgelöst hat, habe er lediglich das wiedergegeben, was damals in den Medien berichtet wurde.
 
Die Deutsche Bank bot außerdem noch den ehemaligen Finanzchef der Kirch-Gruppe Brian Cook als Zeugen auf. Dieser ließ über seine Anwälte erklären, dass die Deutsche Bank nach seiner Einschätzung nicht an der Pleite des hoch verschuldeten Medienkonzerns Schuld sei. Der Vorsitzende Richter Guido Kotschy ließ Cook aber nicht als Zeugen zu, da er in einem anderen Prozess Beklagter ist.
 
In seinem Schlusswort appellierte Kotschy noch einmal an die Parteien, sich auf einen vergleich zu einigen. Die Kirch-Erben hatten zuvor betont, dass man einen Vergleich aktzepieren würde, aber ein verbindliches Angebot der Deutschen Bank erwarte. Dies dürfte aber wohl eher unwahrscheinlich sein. Noch am Donnerstag hatte das Geldhaus einen Medienbericht über die Vorbereitung eines Vergleichs als "völlig aus der Luft gegriffen" zurückgewiesen. dh
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