04.09.2008
Vertriebskanäle
G+J nimmt "Ebay-Magazin" aus dem Einzelverkauf / Ebay kauft Gesamtauflage
Das Auktionsportal Ebay Deutschland und Gruner + Jahr ändern ihr Geschäftsmodell beim "Ebay-Magazin". Künftig erscheint der Titel nicht mehr im Einzelverkauf. Stattdessen erwirbt Ebay von jeder Ausgabe 450.000 Hefte und verschenkt sie an ausgewählte Kunden. Bis zu 10.000 weitere Hefte will G+J über eigene Abos vertreiben. Das Modell greift ab der Ausgabe 4/2008, die am 7. November erscheint.
Damit reagiert G+J auf den offenbar schleppenden Heft- und Anzeigenverkauf. "Wir stehen weiter hinter dem Konzept des ,Ebay-Magazins`, doch die Wirtschaftlichkeit der bisherigen Vertriebsform hat sich nicht so entwickelt wie erwartet", sagt die stellvertretende Verlagsleiterin Antje Schlünder: "Wir haben die Wiederkaufquote überschätzt, und die Wechselkäufer alleine reichen nicht aus." Mit der jüngsten Justierung des Ebay-Geschäftsmodells zugunsten von Profi-Sellern und dem Weggang des Marketingchefs Harald Eisenächer habe die Umstellung nichts zu tun, betont Schlünder.
Stattdessen reduziert sich der Heftumfang um knapp ein Drittel auf rund 100 Seiten. Die Werbeumfeld-taugliche Rubrik "Trends & Produkte" wird ausgebaut, der Anzeigenseitenpreis steigt um 500 Euro auf 13.400 Euro. Bei der Vermarktung erhofft sich Schlünder künftig mehr bezahlte Inserate als Eigenanzeigen - nicht nur durch die erhöhte (nicht IVW-geprüfte) Auflage: "Weil Ebay das Magazin gezielt an seine besten Käufer verschickt, kommt es nicht mehr zu Streuverlusten." Trotz Intensivierung der Kooperation mit Ebay sieht sie das Heft weiterhin nicht als Kundenmagazin, sondern als "unabhängiges journalistisches Produkt". Schlünder: "Ebay sieht die Seiten vor Erscheinen des Heftes nicht." rp
- Medienhäuser: Gruner + Jahr AG
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