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02.04.2009

G+J sucht Wachstum bei Fachverlagen und B-to-B-Dienstleistungen


Gruner + Jahr will in Fachmedien investieren 

Gruner + Jahr will in Fachmedien investieren

Angesichts rückläufiger Umsätze und Erträge im Geschäft mit Publikumzeitschriften forciert Gruner + Jahr seinen Diversifizierungskurs. Über das bekannte „Expand your Brand"-Programm - also die Weitervermarktung der Printmarken über digitale Kanäle und Events - und den Ausbau des Bereichs Kundenmagazine hinaus will G+J stärker ins B-to-B-Publishing einsteigen.
 
Das sei ein „wachsendes, profitables Geschäft und soll perspektivisch ausgeweitet werden, etwa durch den Aufbau von B-to-B-Datenbanken und Fachverlagen", sagte Vorstandschef Bernd Buchholz auf der Bilanzpressekonferenz am heutigen Donnerstag in Hamburg. Auch Zukäufe seien in diesem Bereich denkbar.
 
Zudem empfiehlt Buchholz G+J als „starken Partner" für kleinere Verlage - als Anbieter „unterschiedlichster verlegerischer Dienstleistungen". So sucht etwa der Vermarkter G+J Media Sales, analog zum Onlinegeschäft, seit längerem Mandanten fürs Printgeschäft. Sein Ziel, auch den Bereich Corporate Publishing auszubauen, präzisierte Buchholz: Denkbar seien hier „alle Felder der Kommunikation", so auch Newsletter-Services, Intranet-Lösungen und Hosting-Angebote für Unternehmens-Websites. „Wir wollen auch Bereiche bespielen, die mit unseren bisherigen Segmenten und Märkten weniger zu tun haben", beschreibt Buchholz die forcierte Diversifizierungsstrategie.
 
Seine Aktivitäten in der wachstumsstarken Performance-Onlinevermarktung, wo G+J mit dem 2008 zugekauften Anbieter Ligatus unterwegs ist, will der Verlag in den kommenden Monaten nach Frankreich, Österreich und in die Niederlande ausdehnen. Generell will G+J in diesem Jahr 8,1 Prozent seiner Umsätze im Markengeschäft - Medienangebote (Print und Digital), Merchandising und Messen - durch Non-Print-Erlöse erzielen. Ab 2010 sollen es „mindestens 10 Prozent" sein, so Buchholz. In Deutschland habe man diese Marke 2008 schon fast erreicht (2007: 7,5 Prozent). Zum Vergleich: 2006 erzielte G+J weltweit erst 3,5 Prozent seiner Erlöse außerhalb des Print-Stammgeschäfts. Im vergangenen Jahr gingen die G+J-Umsätze im Markengeschäft um 1,5 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro zurück; das Operating Ebit sank um 8,6 Prozent auf 181 Millionen Euro und die Umsatzrendite von 9,9 auf 9,1 Prozent. rp

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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (1)
Peter Pit Liebmann sagte am 03.04.2009 um 11:25

Zeitzusammenhänge

Jedes Unternehmen trägt die Spuren der Gesamtkrise. Bei Buchholz und G+J setzt die Verlustrate mit dem Wirbel um Buchholz und Kundrun ein. Wäre Buchholz ein wirklicher Gewinn, würde es anders aussehen. Dann steht noch der 24. März offen, wo eigentlich über Buchholz Eintritt in den Bertelsmannvorstand entschieden werden sollte. Totenstille statt dessen. Zu allem ist Buchholz selbst kaum noch in den Medien präsent. Abgesang? Einiges deutet darauf hin.

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