Verlage
19.11.2008
G+J stellt „Park Avenue" ein / 23 Mitarbeiter müssen gehen
Der Hamburger Großverlag Gruner + Jahr stellt drei Zeitschriftentitel ein: Das Gesellschaftsmagazin „Park Avenue" in Deutschland und, im Ausland, die People-Hefte „Gala" (Niederlande) und „Life & Style" (Russland). Damit beendet G+J das Rätselraten darüber, welche Titel von der vor drei Wochen vage angekündigten Portfoliobereinigung betroffen sein könnten. Die geschäftsschädigenden Spekulationen seitdem hatte sich der Verlagsvorstand durch eine desaströse Kommunikation selbst eingebrockt.
Nun trifft es in Deutschland allein „Park Avenue", nachdem erst vor Stunden bekannt wurde, dass die „Financial Times Deutschland", bis dato ebenfalls ein Wackelkandidat, in neuer Redaktionskonstellation erhalten bleibt. Relativ junge Titel wie „Emotion" und „Healthy Living", die ihre Auflagen- und Erlösflughöhe wie „Park Avenue" ebenfalls noch nicht erreicht haben, bleiben verschont. Angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, die „teils drastische Auswirkungen auf das Buchungsverhalten der Werbungtreibenden" habe, hat G+J „die Zukunftsfähigkeit speziell solcher Titel bewertet, die sich noch in der Investitionsphase befinden" oder die durch die Werbekrise verstärkt unter Druck geraten sind, teilt der Verlag mit.
Trotz allem hält Buchholz das Segment der Premium-Zeitschriften weiterhin für attraktiv: „Wir werden bei geeigneten Rahmenbedingungen hier wieder aktiv werden." In den vergangenen Monaten hatte er mehrfach durchblicken lassen, dass G+J noch eine Marktlücke für ein hochwertiges Frauenmagazin sieht. Dieses würde wie bisher „Park Avenue" in der neu fusionierten G+J-Verlagsgruppe Exclusive & Living angesiedelt werden, die seit kurzem Julia Jäkel leitet.Bernd Buchholz: Wir werden bei geeigneten Rahmenbedingungen hier wieder aktiv werden.
Im Unternehmensbereich G+J International entfallen durch das Aus für das monatliche „Life & Style" in Russland (2001 gegründet) und das wöchentliche „Gala" in den Niederlanden (2007 gegründet) 35 Stellen in Verlag und Redaktion. „Beide Titel konnten sich in ihren dicht besetzten Marktsegmenten nicht durchsetzen und hatten daher mittelfristig keine realistische Aussicht auf nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg", so G+J. Mit den beschlossenen Titeleinstellungen seien die angekündigten Portfolio-Maßnahmen bei G+J "soweit abgeschlossen", so Buchholz. Neben der Notwendigkeit, in einzelnen Fällen zu handeln, konnten "alle anderen Titel von G+J zeigen, dass sie auch in schwierigem Umfeld eine gute Perspektive haben". rp
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