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G+J: Steffen Klusmann zieht sich bei „FTD“ zurück / „Capital“-Redaktionsbeirat fordert Mitsprache


Steffen Klusmann 

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, Chefredakteur der „Financial Times Deutschland" („FTD"), wird diesen Posten spätestens ab März nur noch pro forma ausüben und sich stärker aus dem „FTD"-Tagesgeschäft zurückziehen als bisher bekannt. Stattdessen sollen seine beiden Stellvertreter das Ruder übernehmen. „Stefan Weigel und Sven Clausen machen die FTD", sagte Klusmann dem Verbandsmagazin „Journalist". Hintergrund: Offiziell ab März hat Klusmann noch zwei weitere Jobs - als Chefredakteur von „Capital" sowie als Sprecher der Chefredakteursrunde der Gruner + Jahr-Wirtschaftsmedien („FTD", „Capital", „Börse Online", „Impulse"). Klusmann weiter: „Ich mache ,Capital‘ nicht nebenher mit. Ich mache jetzt erst mal ,Capital‘. Und dann sehen wir weiter."
 
Bereits in der vergangenen Woche hatte Klusmann angedeutet, dass die Führungskonstellation in der entstehenden 250-köpfigen Riesen-Wirtschaftsredaktion von G+J künftig - und eventuell dauerhaft - eine andere sein könnte als bisher offiziell verkündet. „Ich mache das bei ,Capital‘ jetzt erst mal ein, zwei Jahre. Aber es kann auch sein, dass ich das dann weiter mache", so Klusmann am Dienstag vergangener Woche auf einer Veranstaltung. Bislang hatte G+J stets kommuniziert, Klusmann werde den „Capital"-Chefposten nach dem Weggang von Klaus Schweinsberg „interimistisch" zusätzlich zu seiner Position als Chefredakteur der „FTD" ausüben und die Doppelbelastung „für eine gewisse Zeit" tragen.
Unterdessen meldet sich der Beirat der - bisherigen - „Capital"-Redaktion mit einem mal wieder offenen Brief an Geschäftsführerin Ingrid Haas zu Wort, pocht auf Mitsprache beim Bau der Zentralredaktion und fürchtet um die redaktionelle Unabhängigkeit des Wirtschaftstitels sowie um die Pressefreiheit. Denn schließlich, so der Beirat, müsse die Redaktion „seit neuestem" die Verlagsleitung über die Themenplanung informieren. Haas widerspricht: Die redaktionelle Unabhängigkeit der „Capital"-Redaktion sei wie bislang „in keiner Weise gefährdet". Vielmehr habe die neue Verlagsleitung darum gebeten, „über die langfristige Themenplanung bei ,Capital‘ informiert zu sein, damit zielgerichtete Marketing- und Vertriebsaktionen geplant werden können". So sei auch in der Vergangenheit verfahren worden. „Einen Einfluss auf die Themenplanung hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben und wird es auch in Zukunft nicht geben", so Haas.
 
Bei seiner Forderung nach Mitsprache beruft sich der Beirat auf ein Statut aus dem Jahr 1975, das der damalige „Capital"-Chefredakteur Johannes Gross und der damalige G+J-Vorstandschef Manfred Fischer vereinbart hätten. Dieses Statut sei bisher weder vom Verlag noch vom Beirat aufgekündigt worden. Auf Verlagseite hält man das Statut mit dem Ende der bisherigen „Capital"-Firmenstruktur und der Kündigung der Redaktion offenbar für hinfällig. rp
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