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19.11.2009

Umfrage

von Bettina Neises,
Redakteurin Ressort Medien

Experten warnen Verlage: Content-Sperre für Google ist riskant

Seite 1/5
19.11.2009

Medienmogul Rupert Murdoch will redaktionelle Inhalte seiner Titel nicht mehr auf Google sehen

Medienmogul Rupert Murdoch will redaktionelle Inhalte seiner Titel nicht mehr auf Google sehen


 
Jüngst hat Rupert Murdoch mit seiner Aussage für Aufsehen gesorgt, die Inhalte seiner Medienhäuser für Suchmaschinen, allen voran Google, zu sperren. Nun warnen Experten andere Verlage davor, diesem Beispiel zu folgen. "Das ist ein sehr riskantes Manöver", sagt Thomas Kaiser, Geschäftsführer der Firma Cyberpromote. Der Spezialist für Suchmaschinenmarketing und -optimierung glaubt nicht, dass Murdoch mit dieser Strategie lange durchhalten kann. Durch die Google-Sperre werde der Traffic auf den Websites dramatisch einbrechen, sodass der Medienmogul früher oder später einlenken müsse.
Holger Meyer, Geschäftsführer iProspect 

Holger Meyer, Geschäftsführer iProspect

Christoph Burseg, der als Managing Partner von The Reach Group (TRG) Unternehmen im strategischen Onlinemarketing berät, warnt zudem vor einer exklusiven Partnerschaft mit Microsofts Suchdienst Bing. Hintergrund: Seit Tagen mehren sich Gerüchte, dass Microsoft sich mit großen europäischen Verlagshäusern zu Gesprächen getroffen hat. Bursegs Argument: Bing hat zwar seit dem Deutschland-Start vor sechs Monaten deutlich Marktanteile gewonnen, reicht aber mit circa 11 Prozent noch lange nicht an den Quasi-Monopolisten Google heran. "Microsoft kann gar nicht so viel Geld zahlen, wie Verlage verdienen können, wenn sie den Google-Traffic schlau monetarisieren", sagt der TRG-Chef.
 
Zudem dürfen Printhäuser ihre Verhandlungsposition gegenüber dem Suchmaschinenriesen nicht überschätzen. In einer Studie ist TRG jüngst der Frage nachgegangen, wie leer die ersten zehn Ergebnisseiten von Google werden würden, wenn im Index kein Objekt der 148 deutschen Verlage mehr zu finden wäre, die die Hamburger Erklärung für ein Leistungsschutzrecht unterzeichnet haben. Das Resultat ist ernüchternd: Nur gut 5 Prozent der Top-10-Ergebnisse beinhalten Verlags-Content.
 

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Auch die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht stößt auf Kritik. Holger Meyer, Geschäftsführer des Suchmaschinenmarketing-Dienstleisters iProspect und früher Country Director Sales bei Google Deutschland, kann die Verlage zwar verstehen, glaubt aber nicht, dass Schützenhilfe von der Regierung das Allheilmittel ist: "Es werden Mauern hochgezogen, die für eine gewisse Zeit Schutz bieten, aber die grundsätzlichen Probleme lösen Verlage damit nicht, nämlich ihre Inhalte zu monetarisieren und eigene konkurrenzfähige Produkte zu entwickeln." Eine Verwertungsgesellschaft Presse/Online wie es sich viele Verlage derzeit wünschen ist nach Meinung von Burseg kaum umzusetzen: "Ich halte es für relativ unwahrscheinlich, dass Google bereits sein wird, für Verlagsinhalte zu zahlen." bn
 
HORIZONT.NET hat Online-Chefredakteure und Manager aus Verlagen befragt, wie sie Murdochs Statement bewerten und ob sie sich auch vorstellen können, ihre Inhalte aus dem Google-Index zu entfernen. Lesen Sie auf den folgenden Seiten, was Mathias Döpfner (Axel Springer), Hans-Jürgen Jakobs (Sueddeutsche.de), Jochen Wegner (Focus Online) und Katharina Borchert (DerWesten.de) dazu sagen.
 


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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (1)
Martin Hubert, Geschäftsführer professional sagte am 19.11.2009 um 16:57

Sich jetzt vor Google zu verschließen ist der falsche Weg.

Sich jetzt vor Google zu verschließen ist der falsche Weg. Google bietet Verlagen nämlich auch die Chance, nachhaltig Reichweite aufzubauen und ihre Medienmarke online zu positionieren. Wer mehr dazu wissen will, kann sich unser Whitepaper zu diesem Thema anschauen. http://redir.ec/8cxJ

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