Zeitschriftentage
Experten-Umfrage: Wie die Verlage ihre Geschäftsmodelle verändern müssen
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12.11.2009
Exklusiv für Abonnenten
Die drei möglichen Strategien für Verlage lesen Sie in der aktuellen HORIZONT Ausgabe 46/2009, die am 12. November 2009 erscheint.
Martin Fabel, Vice President bei A.T. Kearney, Berlin
Können klassische Vertriebserlöse, etwa durch steigende Copypreise, plus Digitalwerbe- plus künftig vielleicht erzielbare Paid-Content-Umsätze den Rückgang der Anzeigenerlöse dauerhaft ausgleichen?Keinesfalls, da wir es ja strukturell nicht nur mit fallenden Werbeerlösen zu tun haben, sondern auch mit sinkenden Auflagen. Die Anhebung von Copypreisen kann aber sicher bei vielen Magazinen auch weiterhin dazu dienen, Auflagenrückgänge zu kompensieren, um die Vertriebserlöse möglichst zu halten - die Gesamttendenz vermögen sie jedoch nicht umzukehren.
Wie wichtig ist der Zugriff auf Technologiekompetenz und Infrastruktur in Zukunft? Und wie sollten sich die Verlage hier organisieren?
Technologiekompetenz ist unerlässlich - man könnte ketzerisch formulieren, dass der Blattmacher des 21. Jahrhunderts ein Software Engineer ist, der es versteht, Content (semi-) automatisch aufzubereiten und diesen sowohl nutzergerecht zu bündeln als auch den User zu inspirieren. Dazu muss man keine Infrastruktur erwerben, sondern sich tendenziell von der vorhandenen Infrastruktur (Druck, Distribution) trennen. Und wenn Technologie Kernkompetenz ist, sind Partnerschaften klar der falsche Weg. Vielmehr bietet der Markt noch genügend Raum für horizontale Fusionen zwischen Verlagen, die für sich alleine genommen vielleicht eines Tages nicht mehr überlebensfähig sind, gemeinsam aber sogar die kritische Masse haben können, um sich die erforderliche Technologiekompetenz anzueignen.
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