Schleichwerbung
14.08.2008
Emig-Prozess: Ex-Fernsehspielchef erhebt schwere Anschuldigungen gegenüber der ARD
Martin Buchhorn, ehemaliger Fernsehspielchef des Saarländischen Rundfunks, hat im Zusammenhang mit dem Korruptionsprozess gegen Ex-HR-Sportchef Jürgen Emig schwere Vorwürfe gegen die ARD erhoben.
Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte Buchhorn, bei der ARD sei jahrelang systematisch Schleichwerbung betrieben worden. Buchhorn: "Es geht in dem Prozess auch um die Frage, ob es neben einem angeblichen System Emig auch ein System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gab, in dem öffentlich Schleichwerbung und Produktplatzierungen verurteilt, aber intern toleriert oder sogar verlangt wurden. Meine jahrzehntelange Erfahrung: Es gab dieses System und es wurde und wird kräftig geheuchelt."
2005 war bekannt geworden, dass bei der ARD-Vorabendserie "Marienhof" jahrelang systematisch Schleichwerbung betrieben wurde. Der damalige Geschäftsführer der Produktionsfirma Bavaria Film, Thilo Kleine, musste daraufhin seinen Hut nehmen. Intendanten und Programmdirektion der ARD wiesen jegliche Kenntnis der Vorgänge jedoch zurück.
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