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14.08.2009

Strategie

Döpfner zu Paid Content: Mobile soll es richten


 Mathias Döpfner ist nicht Rupert Murdoch, aber wie der Chef der News Corporation befindet sich der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer derzeit auf einem Kreuzzug gegen die „Kostenlos-Kultur" des Internets, eine zumindest für Medienhäuser zweifelhafte Errungenschaft, die die Verlage zu Beginn des Internet-Zeitalters aber selbst heftig vorangetrieben haben.
 
Döpfner will der Kostenlos-Kultur den Garaus machen 

Döpfner will der Kostenlos-Kultur den Garaus machen

Dieses Rad soll bekanntlich zurück gedreht werden. Seit Wochen diskutieren Verlagsbosse, Journalisten, Blogger und Leser die unterschiedlichen, mehr oder minder praktikablen Vorschläge der Medienstrategen. Im Interview mit der „FAZ" konkretisiert Döpfner nun die Paid-Content-Strategie von Axel Springer. Mobile - neben Bewegtbild eines der Hype-Themen des Jahres 2009 im Digitalbereich - wird die nächste Zeit zum Dreh- und Angelpunkt beim Versuch, der Kostenlos-Kultur den Garaus zu machen.  „Sämtliche Inhalte auf Smartphones werden wir auf Dauer gegen Gebühr anbieten", sagte Döpfner der „FAZ"   . Derzeit werden etwa für das iPhone von Apple verschiedene Apps, kostenpflichtige Applikationen, entwickelt, über die Handynutzer künftig mobile Nachrichtenangebote wie welt.mobil, bild.mobil oder computerbild.mobil abonnieren können. Der Startschuss soll in diesem Herbst fallen.

Auch bei den Springer-Regionalzeitungen wie „Hamburger Abendblatt" oder „Berliner Morgenpost" soll die Kostenlos-Kultur ausgemerzt werden. Laut Döpfner entwickelt der Verlag für die Regionalzeitungen derzeit ein sogenanntes „Freemium"-Modell": „Allgemeine Nachrichten sind für den Leser gratis, Premiuminhalte kosten Geld", so Döpfner in der "FAZ". Das Interview in der „FAZ" macht aber auch deutlich, wie unterschiedlich die Verlagsstrategien derzeit sind: Während Hubert Burda einen „Fair Share", also eine Umsatzbeteiligung, von Google fordert, andere Manager auf Staatsknete aus sind, sagt Döpfner klipp und klar: „Das lehne ich entschieden ab." vs/mas
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (3)
Matthias Zellmer sagte am 14.08.2009 um 11:00

Der König ist tot ... es lebe der König

... oder der Journalismus ist tot ... es lebe der Journalismus. Und zwar der wahre, wirklich und nicht nur bei der DPA abgeschriebene. Es sind nämlich eigentlich die mediengebundenen Geschäftsmodelle die tot sind. Die Verlagsblase ist offensichtlich nicht geplatzt, wie etwas die Immobilienblase, sondern ihr entweicht nach und nach die Luft. Und dies geschieht so langsam, dass noch genug Kraft bleibt, um die Ellenbogen auszufahren. Dabei müssten wirklich neue, medienneutrale und auf Inhalt, Mehrwert und Relevanz ausgerichtete Geschäftmodelle her ... und nicht nur wieder ein weiteres mediengebundendes (nämlich ans iPhone). Das ist im Prinzip wieder nur die alte Denke.
Boris sagte am 14.08.2009 um 11:03

Er versteht es nicht...

... dass er die Nachrichten nicht macht, sondern nur transportiert. Und wenn Ihr die Nachrichten nicht mehr transportieren wollt, tut es ein Anderer. iPhone Apps sind nicht das Internet. Wer seine Kundschaft zum Feind erklärt und nicht um ihre Gunst wirbt, wird langsam aber sicher sterben; oder sollte ich "ausgemerzt" sagen?
Felipe Schwindler sagte am 14.08.2009 um 11:58

Marketingverantwortlicher

Ein neuer Versuch der Verlage an Geld heranzukommen; nur funktionieren wird es nicht. Verlage haben ihre Hausaufgaben immer noch nicht richtig gemacht: Nutzer von Online werden nicht bereit sein, Geld für Informationen zu investieren, die sie kostenlos bekommen können. Egal welcher Inhalt Verlage anbieten wollen, er wird vom User nicht bezahlt werden. Eine bessere Verzahnung der Redaktionen wäre wünschenswert und die Verpflichtung der tradierten Journalisten sich mit dem Internet zu beschäftigen wäre von Nöten. Ein absolut herausragendes Beispiel stellt "The Guardian" dar.

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