RTL 2
21.02.2013
Die Macher von "Köln 50667" im Interview: "Geschichten müssen online weitererzählt werden"
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21.02.2013

"Köln 50667" beschert RTL 2 Rekordwerte im Jubiläumsjahr
Im Interview mit HORIZONT sprechen Christian Rudnitzki, bei RTL 2 Leiter der Redaktion Unterhaltung Scripted Program, Andreas Berg, Leiter Sonderwerbeformen beim Vermarkter El Cartel und RTL-2-Unternehmenssprecher Carlos Zamorano über die neue Form der Daily-Soap, die Unterschiede zwischen den Formaten und die Auswirkungen auf die Vermarktung.
Christian Rudnitziki: Entscheidend ist, dass die normale Serienwelt für den Zuschauer erweitert wird. Er kann sich, wenn er will, auf der Facebook-Seite 24 Stunden am Tag mit den Charakteren, der Handlung und den Settings auseinandersetzen und bekommt regelmäßig Informationen aus erster Hand. Das erhöht die emotionale Bindung an das Format ganz enorm.
Wie stark ist der Erfolg von „Berlin Tag & Nacht" abhängig vom sozialen Netzwerk? Musste die Zeit erst reif werden für ein derartiges Format?
Carlos Zamorano: Durchaus, ja. Gerade die junge Zielgruppe hat eine unglaubliche Affinität zu den sozialen Netzwerken. "Berlin - Tag & Nacht" ist so jung wie keine andere Soap. So entsteht eine Erwartungshaltung, dass die Geschichte online weitererzählt wird. Doch nicht nur auf Facebook, die Fans können sich auf allen Kanälen mit ‚Berlin Tag & Nacht‘ auseinandersetzen: Im linearen TV, der Mediathek im Internet, über Smartphone-Apps, auf Facebook und Print. Das Jugendmagazin Bravo begleitet "Berlin - Tag & Nacht" redaktionell in beinahe jeder Ausgabe und hat bereits mehrere Titelgeschichten publiziert.
Und inwiefern befruchtet „Berlin Tag & Nacht" den Ableger „Köln 50667"?
Zamorano: "Köln 50667" und "Berlin - Tag & Nacht" sind jeweils eigenständige, unabhängige Soaps. Doch gerade am Anfang hat Köln von Berlin profitiert. Wir haben es geschafft, ein TV-Format im Internet zu starten - das gab es vorher nicht im deutschen Fernsehen. Bevor die Sendung am 7. Januar ausgestrahlt wurde, begann Meike Ende November - wie in „Berlin Tag & Nacht" erzählt - sich Gedanken über ihre Beziehung zu Marcel zu machen, um dann eben nach Köln zu gehen. Die Vorgeschichte wurde fast eineinhalb Monate ausschließlich online erzählt. So hatten wir VOR dem TV-Start schon über 300.000 Facebook-Fans. Es war unglaublich. Wir hatten damit vor Serienstart eine extrem starke Fanbase, die an dem, was da kommen würde, unglaublich interessiert war.
Aber wo liegen die wesentlichen Unterschiede - abgesehen von der Stadt? Lässt sich das Erfolgsrezept so einfach übertragen?
Rudnitzki: Es gibt zahlreiche Unterschiede auf der inhaltlichen Ebene, bei der Entwicklung der Handlungsstränge, den Charakteren und in der Dramaturgie. So gibt es beispielsweise bei "Berlin - Tag & Nacht" gesetzte O-Töne: Die Darsteller selbst kommentieren das Geschehen in die Kamera. Das haben wir in Köln ganz weggelassen, dort lässt sich alles über die Handlung erschließen. In Berlin steht eher das Partyleben im Mittelpunkt, in Köln nimmt der berufliche Kontext mehr Raum ein. Gleich ist lediglich, dass es sich bei beiden Formaten um Soaps für eine junge Generation handelt: Sie werden schneller erzählt als vergleichbare Konkurrenzformate und sind interaktiver und authentischer.
Zamorano: Wir haben auch viel gelernt, das wir jetzt für „Köln 50667" nutzen können. Bei ‚Berlin - Tag & Nacht‘ haben wir zum Beispiel ein dreiviertel Jahr für die Smartphone-App gebraucht - bei "Köln 50667" nur drei Wochen. Und die Apps sind sehr erfolgreich: Die "Berlin"-App wurde bisher über 650.000 Mal abgerufen, bei "Köln" sind es bereits über 150.000 Downloads.
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