Deutsche wünschen sich mehr Gratiszeitungen
Unter Verlegern sind Gratis-Zeitungen hierzulande ein Tabu. Dabei sind 46 Prozent der deutschen Verbraucher der Meinung, dass ein größeres Angebot an kostenlosen Titeln die Attraktivität des Mediums Tageszeitung wieder steigern würde. Zu diesem Ergebnis kommt das Berliner Marktforschungsinstitut Mindline Media in seiner Studie „Mindline Media Report", für die 1000 deutschsprachige Personen im Alter zwischen 14 und 49 Jahren online befragt wurden. Es ging darum, herauszufinden, welche Maßnahmen am besten geeignet sind, Leser zurückzugewinnen beziehungsweise Gelegenheits- und Nichtleser zur Nutzung von Tageszeitungen zu animieren.
Nach Gratiszeitungen stehen handlichere Formate an 2. Stelle. 40 Prozent der Befragten würden häufiger zur Zeitung greifen, wenn es sich um ein Tabloidformat handelt. Gefordert werden zudem eine stärkere lokale Berichterstattung (36 Prozent) und mehr Angebot für Wochenend-Abonnements (30 Prozent). Zudem sollten Zeitungen nach Meinung zahlreicher Studienteilnehmer mehr erklären und aufklären (25 Prozent), Hintergrundinformationen und Analysen mehr Raum geben (23 Prozent) und verstärkt Grafiken und Schaubilder einbringen (17 Prozent). Vor allem jüngere Leser legen Wert auf diese Aspekte.
Schlecht beraten sind Tageszeitungen dagegen, wenn sie Cartoons und Comics größeren Platz einräumen und Texte zugunsten von Fotos kürzen. Auch das Trendthema „Leserreporter" kommt bei den Befragten weniger gut an. Nur 12 Prozent schätzen es, wenn die Leser stärker einbezogen werden. bn
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