08.10.2009
Strategie
Das neue Handelsblatt - 5 Gründe, warum der Relaunch funktionieren könnte
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08.10.2009
1. Die Krise wird produktiv und kreativ genutzt. Auch in Düsseldorf könnte man im Oktober 2009 die verlagstypischen Jammer-Gesänge einstimmen: Die für das "Handelsblatt" wichtigen Werbekunden aus dem Finanzbereich lecken immer noch ihre Wunden, schalten aber keine Anzeigen. Die Verlagsgruppe, zu der auch "WiWo", "Junge Karriere" und Fachtitel gehören, wird wohl einen Verlust in einstelliger Millionenhöhe einfahren. Kostendruck und Sparzwang machen deshalb auch der VHB mehr zu schaffen, als nach außen kommuniziert wird. Und Dieter von Holtzbrinck hat nach der Übernahme der Gruppe im Juni ziemlich schnell zu erkennen gegeben, dass er zwar Print liebt - aber als Verleger auch ökonomisch solides Kalkül zu schätzen weiß. Jeden Punkt für sich genommen, würde andere Verlage in tiefe Selbstzweifel mit akuten Lähmungserscheinungen stürzen. Das "Handelsblatt" macht das Beste aus einer schwierigen Situation - und versucht, sich selbst neu zu erfinden.
2. Vorwärtsstrategie statt Defensivblockade. Wer von Broadsheet auf Tabloid umstellt, gerät im deutschen Zeitungsmarkt schnell in den Verdacht, ein Loser zu sein, jemand, der Sparen muss, weil das miese Geschäft ihn sonst in die Knie zwingen würde. "Handelsblatt"-Chefredakteur Ziesemer sagt: "Wir stellen nicht um, weil wir sparen müssen, sondern weil wir eine Medienmarke schaffen wollen, die den Anforderungen unserer Zielgruppen entspricht." Tabloid, im "Handelsblatt"-Jargon Businessformat genannt, verkörpere Mobilität, Schnelligkeit, Modernität, kompakte Informationsaufbereitung - Eigenschaften, die für online- und mobile-erfahrene Abonnenten immer wichtiger werden.
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