09.01.2009
Sparprogramm
Muss Burda Sparkurs verschärfen?
Nach HORIZONT-Informationen rechnen mehrere Insider damit, dass Hubert Burda Media den im Sommer 2008 eingeschlagenen Sparkurs nach dem Neujahrsempfang am kommenden Mittwoch deutlich verschärfen wird. Insgesamt könnten den Quellen nach mehr als 150 Stellen gestrichen werden.
Noch vor der Finanzkrise hatte Burda ein Sparziel von rund 10 Prozent bis Ende 2009 ausgeben. Dies wird nach übereinstimmender Aussage mehrerer Mitarbeiter wohl nicht ausreichen, um die aktuellen Umsatzrückgänge auszugleichen.
Ein Burda-Sprecher will ein erneutes Sparprogramm nicht bestätigen. „Aktuell sind keine weiteren Maßnahmen geplant", sagt er.
Bei einem Treffen von Führungskräften im Schwarzwald diesen Donnerstag soll jedoch bereits heftig über mögliche Kostensenkungen debattiert worden sein. Welche Objekte vom Personallabbau betroffen sein könnten, ist unklar. Burdas dezentrale Struktur lässt den Managern freie Hand dabei, wie die Kosten gesenkt werden. Immer wieder kommen beispielsweise Spekulationen über die Zentralisierung einzelner Bereiche in der Burda People Group („Bunte", „Amica", „Instyle") auf, die Redaktionsdirektorin Patricia Riekel zuletzt auch in einem Interview in Aussicht gestellt hatte.
Im vergangenen Jahr soll es nach HORIZONT.NET-Informationen jedoch nicht „Bunte", sondern „Focus" am stärksten von den drei Burda-Cash-Cows getroffen haben, zu denen auch „Freizeit Revue" gehört. Das spiegelt zu einem gewissen Grad auch die allerdings nur begrenzt aussagekräftige aktuelle ZAS-Anzeigenstatistik wieder. Demnach lag „Focus" im Vorjahresvergleich mit knapp 20 Prozent im Minus, „Bunte" mit über 10 Prozent und „Freizeit Revue" mit knapp 10 Prozent. "Freizeit Revue" lebt allerdings primär von den Vertriebserlösen. Auch andere wichtige Burda-Titel wie „Freundin" (-9,35 Prozent), „Super Illu" (-5,3 Prozent) und das zur Milchstrasse gehörende „TV Spielfilm" (-18,16 Prozent) haben Anzeigenseiten verloren. pap/js/bn
Bernd sagte am 09.01.2009 um 16:14
Kluge Krisenkommunikation
Es zeigt sich, dass Burda die klügste Krisenkommunikation aller Verlagshäuser hat - nämlich gar keine. Während andere Konzerne von Deckstühlen reden, die vom Sonnendeck geräumt werden müssten, während anderswo Stellenkürzungen heraustrompetet werden, streicht Burda mal hier ein bisschen bei Focus, mal hier ein bisschen bei der Freundin, schmilzt mal eben die Redaktion von "Burda Moden", dem Herzstück des Konzerns, ein - und das alles heimlich, still und leise. Chapeau! Und eine Schande für alle Medienjournalisten, die sich darauf beschränken, Pressemitteilungen nachzuplappern.Weitere Nachrichten aus Medien vom 09.01.2009:
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