G+J-Wirtschaftsmedien
21.01.2009
Bleibt Steffen Klusmann bei "Capital"?
Die Führungskonstellation in der entstehenden Riesen-Wirtschaftsredaktion von Gruner + Jahr (G+J) könnte künftig eine andere sein als bisher offiziell verkündet. So könnte Steffen Klusmann länger als Chefredakteur des Monatsmagazins "Capital" wirken als zunächst gedacht - nämlich dauerhaft. „Ich mache das bei 'Capital' jetzt erst mal ein, zwei Jahre. Aber es kann auch sein, dass ich das dann weiter mache", sagte Klusmann am Dienstagabend vor dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten (CHW).
Bislang hat G+J stets kommuniziert, Klusmann werde den „Capital"-Chefposten nach dem Weggang von Klaus Schweinsberg „interimistisch" zusätzlich zu seiner Position als Chefredakteur der „Financial Times Deutschland" ausüben und die Doppelbelastung „für eine gewisse Zeit" tragen. Ersteres könnte nach Klusmanns Andeutung nun hinfällig sein, und die Doppelbelastung könnte nach der „gewissen Zeit" aus einem anderen Grund wegfallen - dadurch, dass Klusmann den „FTD"-Posten abgibt. In einem anderen Zusammenhang sagte er an dem Abend: „Wir haben bei der ,FTD‘ exzellente Leute. Wenn ich im Urlaub bin oder mich, wie im Moment, um ,Capital‘ kümmere, dann ist die ,FTD‘ deshalb nicht schlechter." Stellvertretende „FTD"-Chefredakteure sind Stefan Weigel und Sven Clausen, geschäftsführende Redakteurin ist Isabelle Arnold.
In der künftigen G+J-Wirtschaftsredaktion werde es etwa zehn Großressorts geben, besetzt mit Fachredakteuren, Magazin-Schreibern und Reportern - mit „klaren Zuständigkeiten" für die einzelnen Titel, aber mit dem ausdrücklichem Wunsch, auch für die übrigen Hefte zu schreiben. Damit sich die Monatstitel „Capital" und „Impulse" produktionstechnisch nicht ins Gehege kommen, erwägt Klusmann, die Erscheinungstage beider Magazine zu „entzerren". Die Konstruktion des neuen Redaktionskollektivs, das gestand Klusmann ein, sei bisher nur „reine Theorie", und es werde „am Anfang ruckeln".
Doch eine Alternative zum Umbau gebe es nicht: Da journalistische Inhalte im Internet gratis zur Verfügung stünden und alternative Geschäftsmodelle nicht in Sicht seien, „müssen wir an die Kosten ran". Klusmann weiter: „Die strukturelle Medienkrise beginnt gerade erst, und die konjunkturelle Krise im Werbemarkt kommt jetzt noch dazu. Dieses Jahr wird bitter. Da werden in einigen anderen Häusern noch ein paar Bomben explodieren." rp
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