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Nachrichtensender

von Roland Pimpl,
Redakteur / Korrespondent Hamburg

Bietet Spiegel TV gegen Stefan Aust um N24?


Auch die Spiegel-Gruppe hat offenbar Interesse an N24 

Auch die Spiegel-Gruppe hat offenbar Interesse an N24

Der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust bekommt beim Bieten um den Nachrichten- und Dokumentationssender N24 möglicherweise Konkurrenz von seinem ehemaligen Arbeitgeber: Nach Informationen von HORIZONT.NET eruiert auch die Spiegel-Gruppe mit ihrer Fernsehsparte Spiegel TV ein Engagement bei dem Nachrichtensender, für den der bisherige Eigentümer, der Münchner TV-Konzern Pro Sieben Sat 1, bekanntlich auch Verkaufsoptionen prüft. Dafür hatte Mitte Januar Torsten Rossmann, langjähriger Geschäftsführer von N24, seinen Hut in den Ring geworfen - gemeinsam mit seinen Co-Geschäftsführern Frank Meißner und Karsten Wiest sowie Stefan Aust und dessen Geschäftspartner Thorsten Pollfuß, bis Anfang 2008 kaufmännischer Leiter bei Spiegel TV.
 
Unklar ist bisher, ob das mögliche Interesse der Spiegel-Gruppe auf eine Übernahme von N24 hinauslaufen könnte - oder auf eine vertiefte oder exklusive Kooperation bei der Produktion von Programmen. Schon jetzt liefert Spiegel TV einzelne Dokumentationen für N24. Dies könnte intensiviert werden, bis hin zur vollständigen Übernahme der Nachrichten- und Programmproduktion und -belieferung. Bewegtbildmaterial hätte Spiegel TV, 1988 von Aust gegründet, jedenfalls genug im Fundus. Anders als Aust, Rossmann und Co als Selbständige. Aust sei aber ein "ausgewiesener Journalist", mit "enormer Erfahrung auch im Fernsehbereich" und verfüge über "exzellente Kontakte", lobte Rossmann jüngst seinen möglichen Geschäftspartner.
Stefan Aust bekommt Konkurrenz von seinem ehemaligen Arbeitgeber 

Stefan Aust bekommt Konkurrenz von seinem ehemaligen Arbeitgeber

Die gefüllten Archive von Spiegel-TV könnten dagegen gerade auch für einen Kauf von N24 durch die Verlagsgruppe sprechen. Allerdings ist völlig unklar, ob deren Gesellschafter, letztlich zu 50,5 Prozent die Mitarbeiter des Verlags, dieses Wagnis eingehen würden. Schließlich hatte die Gruppe erst 2006 ihren Doku-Sender XXP (heute: DMAX) verkauft - vor allem deshalb, weil damals wie heute hohe Verbreitungs- und Einspeisungskosten einen rentablen Sendebetrieb dauerhaft unwahrscheinlich erscheinen ließen. Die TV-Digitalisierung könnte diese Kostenschwellen zwar senken; ob und wann, ist allerdings ungewiss.
 
Daher ist es offen, ob es tatsächlich zum Käuferpitch zwischen Aust und Co und dem "Spiegel" um N24 kommt. Sprecher der Spiegel-Gruppe und von Pro Sieben Sat 1 wollten die Informationen und Überlegungen nicht kommentieren. rp
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