Medienkonzerne
26.03.2009
Bertelsmann denkt über Stellenabbau nach / Kampfansage an Werbe-Konkurrenten
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26.03.2009

Will im Verdrängungswettbewerb punkten: Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski
Europas größter Medienkonzern Bertelsmann legt im Kampf gegen die Wirtschaftskrise nach. Nicht nur mit Investitionszurückhaltung wollen die Gütersloher der Rezession begegnen - sondern auch mit einem offensiveren Vorgehen in schrumpfenden Werbemärkten. „Ich will mich nicht am Abgesang auf Werbeerlöse beteiligen, vor allem nicht für Bertelsmann!", sagt Vorstandschef Hartmut Ostrowski im exklusiven HORIZONT-Interview. Der Werbemarkt in Deutschland verfüge über ein Volumen von über 40 Milliarden Euro, so Ostrowski: „Daran hat Bertelsmann nur einen kleinen Anteil, den können wir noch steigern." Dies will er durch Verdrängungswettbewerb und die Übernahme kleinerer Konkurrenten erreichen.
Außerdem denkt er laut über Stellenstreichungen nach: „Wenn sich Geschäfte negativ entwickeln, dann werden Restrukturierungen notwendig", sagt Ostrowski. Und weiter: „Ich habe einen Großteil meines bisherigen Arbeitslebens damit verbracht, Tausende von Arbeitsplätzen zu schaffen. Daher würde es mir wehtun, auch nur einen einzigen Arbeitsplatz abbauen zu müssen. Doch wenn dies notwendig ist, um den Bestand von Geschäftsteilen zu sichern, dann muss man das leider akzeptieren." Bereits vor Wochen hatte Ostrowski alle Mitarbeiter intern dazu aufgerufen, „bereit für Verzicht" zu sein.
Am Dienstag dieser Woche verkündete Ostrowski für den Bertelsmann-Vorstand für 2009 einen Verzicht auf Tantiemen-Ansprüche. Dadurch würde bei jedem der bisher fünf Mitglieder das Einkommen mindestens halbiert, hieß es. Dies darf als Signal an die weltweit über 100.000 Bertelsmann-Mitarbeiter gedeutet werden - als Vorbereitung für mögliche Gespräche über Gehaltsverzicht oder gar Stellenabbau.
rp Weiterlesen: 4 Fragen an Hartmut Ostrowski
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