Bilanz
21.12.2009
Bertelsmann-Chef Ostrowski: "Talsohle erreicht"
Der verhaltende Optimismus, den Hartmut Ostrowski bereits Ende November verlauten ließ, hält an. "Im Prinzip gehen wir davon aus, dass die Talsohle erreicht ist. Die Werbung wird sich im Fernsehbereich eher erholen als bei den Zeitschriften. Langfristig bin ich aber auch hier zuversichtlich", sagt der Vorstandsvorsitzende von Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann im Interview mit der "Welt am Sonntag".
Ostrowski stellt der Branche insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Sie habe besser auf die Krise reagiert, als erwartet. Auch die Renditen der Medienhäuser seien immer noch höher als in manch anderen Industriezweigen. "Medienunternehmen werden wieder sexy sein", glaubt Ostrowski. Für Bertelsmann selbst schließt er einen Gewinn für 2009 nicht mehr aus. In den ersten neun Monaten hatten die Gütersloher einen Verlust von 246 Millionen Euro geschrieben. Gerhard Zeiler, Chef der für den Ertrag so wichtigen Bertelsmann-Tochter RTL Group hatte jedoch bereits Anfang Dezember eine bedeutende Erholung für das Geschäft vermeldet.
Das Ziel, die Verschuldung deutlich zu senken, wird Bertelsmann jedoch wohl nicht erfüllen. Ende September beliefen sich die wirtschaftlichen Finanzschulden auf fast 7 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Umsatz belief sich 2008 auf rund 16,1 Milliarden Euro. Ostrowski bereitet die Verschuldung jedoch kein Kopfzerbrechen: "Wir haben eine sehr solide Finanzierungspolitik, und ich glaube, dass wir mit dem jetzigen Schuldenstand gut leben können." pap
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