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12.12.2007

Bauer hält Nachfolge-Frage offen / Wachstum nur im Ausland


Bauer wächst im Ausland 

Bauer wächst im Ausland

Großverleger Heinz Bauer erwägt, seine Nachfolge auf seine Töchter zu verteilen - anstatt den Printkonzern, wie bisher angedeutet ("Mein Nachfolger wird eine Frau sein"), einer einzigen zu übergeben. Angesprochen auf seine vier Töchter, sagte Bauer bei der Präsentation seines Geschäftsberichts in Hamburg: "Eine oder mehrere dieser Frauen wird meine Rolle als persönlich haftender Gesellschafter übernehmen."
 
Doch noch will sich der 68-Jährige "nicht aufs Altenteil zurückziehen", sondern seinen Töchtern "noch einige Jahre Zeit geben, sich zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln".
 
Mittlerweile arbeiten alle vier Töchter im Verlag, den Heinz Bauer in vierter Generation führt: Mirja, 36, ist nach der Geburt ihres zweiten Kindes in der Entwicklungsredaktion von "Life & Style" tätig, zuvor war sie Objektleiterin von "Laura". Ihr Mann Sven-Olof Reimers leitet seit September die neue Digital-Sparte des Hauses. Nicola, 34, ist Chefredakteurin von "Intouch"; Yvonne, 30, leitet den Bauer-Vertrieb. Saskia, 27, ist nach ihrem Studium in England seit kurzem bei Bauer Media tätig.
 
Für dieses Jahr erwartet Bauer einen Umsatz wie 2006: rund 1,79 Milliarden Euro. Für die Stagnation macht der Verlag den ungünstigen Dollarkurs verantwortlich, obwohl die USA-Aktivitäten nur einen Umsatzanteil von rund 15 Prozent erzielen (2006). Das Deutschlandgeschäft sinkt 2007 wohl erstmals unter die magische Milliardengrenze - hier erwartet Bauer einen Umsatz von nur noch 978 Millionen Euro, das sind 28 Millionen Euro (2,8 Prozent) weniger als 2006. Die Bauer-Umsätze im Ausland steigen dagegen in diesem Jahr voraussichtlich um 3,4 Prozent auf 812 Millionen Euro (2006: 785); damit machen sie bereits 45 Prozent aller Erlöse aus (2006: 44 Prozent). Zum Vergleich: 2003 betrug die Bauers Auslandsquote erst 36 Prozent. Wenn die Aktionäre des britischen Verlags Emap dem Verkauf ihrer Publikumszeitschriften- und Radiosparte zustimmen, würde Bauers Auslandsanteil auf fast 60 Prozent ansteigen. Hier erwartet er Mitte Januar eine Entscheidung.
 
Kaum Fortschritte erzielt Bauer bei seinem Bemühen, die Abhängigkeit vom Vertriebsgeschäft zu reduzieren: In diesem Jahr wird der Vertriebsumsatz um 3,2 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro sinken und die Anzeigenerlöse um 1,6 Prozent auf 378 Millionen Euro steigen. Dennoch erreicht das Werbegeschäft damit nach wie vor nur einen Umsatzanteil von 21 Prozent. Die Erlöse aus digitalen Geschäften liegen bisher nur bei 8 bis 9 Millionen Euro - auch hier will Bauer in den nächsten Jahren kräftig investieren. rp


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