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Barbie-Armada: Warum RTLs Bachelor wieder für gute Quoten sorgen wird


von Juliane Paperlein,
Ressortleiterin Medien

Nur eine kriegt ihn: Jan Kralitschka ist der neue Bachelor (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

Nur eine kriegt ihn: Jan Kralitschka ist der neue Bachelor (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)


Manchmal ist die Zeit eben einfach noch nicht reif für eine gute Idee. Doch nun hat RTL endlich wieder ein Format gefunden, das das Zeug dazu hat, dem Sender über mehrere Jahre hinweg verlässlich hohe Zuschauerzahlen und ausreichend PR in der Presse zu sichern: Die dritte Staffel von "Der Bachelor", die auch in der RTL-Mediathek angeschaut werden kann, startete gestern Abend mit 19 Prozent Marktanteil und 2,38 Millionen Zuschauern in der jungen Zielgruppe. Nachdem RTL im Dezember im Schnitt nur noch auf 14 Prozent kam, ist das wahrlich ein guter Auftakt ins neue Jahr.

 
Mignon hat es dem Bachelor besonders angetan (Bild: RTL/David Bloomer) 

Mignon hat es dem Bachelor besonders angetan (Bild: RTL/David Bloomer)

Die erste Staffel von "Der Bachelor" 2003 holte im Schnitt zwar 17,4 Prozent Marktanteil. Der Nachfolger „Die Bachelorette" im Folgejahr floppte jedoch mit 13 Prozent. Daraufhin verstaute RTL gleich beide Format fast ein Jahrzehnt lang in den Schubladen, um erst 2012 den „Bachelor" wieder hervorzuzaubern. HORIZONT stand dem Format nach der ersten Folge kritisch gegenüber, doch der Erfolg war bahnbrechend. Nach einem - gemessen am damaligen Quotenhoch des Senders - verhaltenen Start, verfolgten am Ende fast 6 Millionen Zuschauer das Finale, in dem sich der 30-jährige Image-Manager Paul Janke für die 27-jährige Anja Polzer entschied.
Angesichts des guten Verlaufs haben RTL und die Produktionsfirma ITV Studios das Konzept von "Der Bachelor" in der nun angelaufenen Staffel denn auch weitgehend unverändert gelassen. Diesmal ist es der 36-jährige Jan Kralitschka, zweifacher Vater, Fotomodell und Rechtsanwalt, der nach einer Frau fürs Leben sucht. Kralitschka ist attraktiv, mit 1,89 Metern für Fernsehverhältnisse auch relativ groß. Er lebt auf einem 300 Jahre alten Hof bei Bonn, den er in weiten Teilen selbst renoviert hat. Er hängt an seinen Eltern und an seinen Kindern aus zwei Beziehungen - und verkörpert damit in etwa all das, was Frauen gemeinhin auf ihre Wunschliste setzen, wenn sie den perfekten Mann beschreiben sollen: Attraktiv, wirtschaftlich unabhängig, zuverlässig. Dass sich die 20 Kandidatinnen nicht entblöden, im Fernsehen um die Gunst eines Mannes zu buhlen, ist damit in dieser Staffel deutlich besser nachzuvollziehen als in der letzten.
 
Kandidatin Melanie geizt nicht mit ihren Reizen (Bild: RTL/David Bloomer) 

Kandidatin Melanie geizt nicht mit ihren Reizen (Bild: RTL/David Bloomer)

Entsprechend begeistert sind die Schönen, als sie in der Bachelor-Villa in Südafrika eintreffen und Jan das erste Mal sehen. Wie schon in der zweiten Staffel hat RTL wieder ein extrem gutes Händchen beim Casting der Kandidatinnen bewiesen. Die Charaktere sind sehr gegensätzlich besetzt und die meisten Frauen haben etwas zu erzählen, was nicht zur hübschen Fassade passt: Die toughe blonde Managerin Katie musste sich vor sechs Jahren wegen eines Hirntumors operieren lassen. Die rothaarige Russin Polina hat sich in Deutschland ein völlig neues Leben als Klavierlehrerin aufgebaut. Und das offenherzige Erotikmodell Melanie geht gerne mit ihrem Papa jagen und macht danach auch noch die Wurst selbst. Der Bachelor bekam gleich eine Kostprobe geschenkt.
 
Die derben, sexhungrigen und über die Maßen zum Fremdschämen animierenden Frauen, die schon in der ersten Folge aufs Ganze gehen, wie Jinjin, Georgina und Katja in der 2012er Staffel, fehlen. Zwar geizen die Kandidatinnen auch diesmal wahrlich nicht mit ihren Reizen und es sind genug Models dabei, die sich für „Playboy" und andere Magazine ausgezogen haben, doch die platten Anmachen blieben zum Auftakt dankenswerterweise aus.
 
Madeleine hingegen hat schon die Rolle der Zicke inne (Bild: RTL/David Bloomer) 

Madeleine hingegen hat schon die Rolle der Zicke inne (Bild: RTL/David Bloomer)

Allein die 27-jährige Madeleine rühmt sich ihrer artistischen Sexkünste und positioniert sich auch gleich als die Zicke im Harem: Sie ist zwar immer noch nicht mit dem Studium fertig, stellt dafür aber extrem hohe Ansprüche an ihren Zukünftigen: Mindestens sechstellig verdienen muss er und auch schlauer sein als sie. Mit ihrer zappeligen Art und ihrer lauten Stimme nervt sie den Bachelor, die anderen Kandidatinnen und die Zuschauer - kommt aber trotzdem eine Runde weiter. Warum, bleibt unklar. Laut einem RTL-Sprecher entscheidet der Bachelor alleine, ohne Mitspracherecht der Redaktion. Aus Regiesicht ein Glücksfall, dürfte Madeleine doch noch für den dramaturgisch notwenigen Zoff in der Villa sorgen.
 
Für eine Atempause sorgt der Auftritt von Mignon. Und die Romantiker hoffen, dass dieser so nicht im Drehbuch stand. Als die 31-Jährige aus dem Auto steigt, passt sie so gar nicht in die vorhergehende Barbie-Armada: Kleiner, kurze blonde Haare, schiefe Zähne, weniger nackte Haut und kein Geplapper - eine geheimnisvolle Aura verströmend, die den Bachelor direkt zum Stottern bringt. Auch für den Zuschauer ist die Schöne neu, hatte sie - im Gegensatz zu den meisten anderen - doch keinen Einspieler. Ein geschickter Kniff der Redaktion, der Mingon erscheinen lässt, wie Aschenputtel im Märchenbuch.
 
Die Schweizerin Mona dürfte gute Chancen bei Jan haben (Bild: RTL/David Bloomer) 

Die Schweizerin Mona dürfte gute Chancen bei Jan haben (Bild: RTL/David Bloomer)

Doch auch noch eine andere hat es dem Bachelor angetan: Die 30-jährige Mona aus der Schweiz, die in Mannheim ein Fitness-Studio leitet und Jan zum Nachdenken bringt, als sie sagt, dass es gar nicht so schwer ist, Kompromisse in der Liebe zu schließen, wenn man nur den Richtigen vor sich hat. Obwohl sie ihn sichtlich beeindruckt hat, muss sie trotzdem am Ende zappeln und bekommt erst die letzte Rose.
 
Alles in allem war es ein gelungener Start. Zudem funktioniert Jan, als doch reiferer Mann mit stabilem Wertegerüst, auch bei den Älteren gut. Im Gesamtpublikum holte "Der Bachelor" 4,16 Millionen Zuschauer und 12,5 Prozent Marktanteil. Der Sendeplatz am Mittwochabend, 21.15 Uhr, dürfte damit in den kommenden Wochen bei einer wachsenden Fancommunity gesetzt sein. pap
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