Akquisitionen
07.04.2009
Axel Springer zeigt Kauflaune auch in Print
Europas größter Zeitungsverlag Axel Springer präzisiert seine Akquisitionseinschätzung. "Ich gehe davon aus, dass sich in den kommenden 18 Monaten fabelhafte Gelegenheiten für antizyklische Investitionen in attraktive Assets zu günstigen Bewertungen ergeben werden", sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Montagabend vor dem Club Hamburger Wirtschafsjournalisten (CHW). Hierbei schließt er mögliche Übernahmen deutscher Print-Verlage und -Objekte, zum Beispiel (über-) regionale Zeitungen, ausdrücklich mit ein.
Damit äußert sich Döpfner deutlicher als zuvor zu seinen grundsätzlichen Kauferwägungen: Zwar hatte er sich bereits bei der Bilanzpräsentation vor rund vier Wochen akquisitionsbereit gezeigt - dies jedoch vor allem in Bezug auf Kaufziele im Ausland und im Internet sowie ohne nähere Angabe eines Zeithorizonts. Auch über einen Wiedereinstieg bei der Privatsendergruppe Pro Sieben Sat 1 - oder bei Teilen davon - wird bisweilen spekuliert.
Döpfner erwartet eine Marktbereinigung bei Print („Die wenig innovativen, wenig beweglichen Angebote werden zuerst ausscheiden") und, „viel drastischer", im Online-Markt. Einmal mehr appelliert Döpfner an die Politik, das deutsche Kartellrecht zu ändern, um „organische Marktkonsolidierung" bei Verlagen - sprich: Zusammenschlüsse - zu erleichtern. Andernfalls wäre tatsächlich ein Titelsterben die Folge, so Döpfner. Er regt an, das deutsche Kartellrecht in Prozess- und Marktabgrenzungsfragen an das eher „moderne und liberale" europäische Kartellrecht anzupassen, „um deutsche Verlage nicht zu benachteiligen".
Gewohnt optimistisch zeigt sich Döpfner bei der Frage der Monetarisierung journalistischer Inhalte im Internet: „Die Geldströme werden den Nutzer- und Aufmerksamkeitsströmen folgen." Dies funktioniere allerdings nur dann, wenn für die Anbieter weiterhin Anreize bestünden, Inhalte zu produzieren. Weil Paid-Content-Finanzierung nach wie vor „extrem unwahrscheinlich" sei, fordert Web-Optimist Döpfner („Das Internet ist der beste Freund der Zeitung") erneut einen gesetzlichen Leistungsschutz für Presseverlage, um diese - wie in anderen Ländern auch - an den Erlösen der Vermarktung ihrer Inhalte durch Dritte zu beteiligen: „Bei dieser Frage neige selbst ich in einem gewissen Maße zu Alarmismus." rp
Kommentare
Nachrichten
User-Empfehlungen
TV-Quoten
Die meistgesehenen Sendungen vom 24.05.2012
Bestellen Sie jetzt kostenlos den HORIZONT.NET Newsflash und erhalten Sie jeden Morgen die TV-Quoten.
Zu den Top 20 TV-Quoten
Leserfavoriten
HORIZONTJobs
News-Archiv
facebook
|
HORIZONT.NET auf Facebook
|
Marktdaten






